Wiesbaden –

BKA: Übergriffe nach Kölner Muster in zwölf Ländern

Es geht dabei vor allem um Diebstahl und Sexualstraftaten

Wiesbaden.  Übergriffe von Männergruppen auf Frauen nach dem Muster von Köln gab es in der Silvesternacht in zwölf Bundesländern. Das geht aus einem vertraulichen Lagebericht des Bundeskriminalamts hervor, wie WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichten. „Es gab in dieser Nacht in mehreren Bundesländern in unterschiedlicher Form und sehr unterschiedlicher Anzahl ähnliche Delikte“, sagte ein BKA-Sprecher am Sonnabend in Wiesbaden dazu, ohne Details zu nennen.

Es geht dabei vor allem um Diebstahl und Sexualstraftaten. Erkenntnisse zu Verabredungen unter den Tätern lägen in den meisten Fällen nicht vor. In keinem Fall gebe es Erkenntnisse zu organisierter Kriminalität.

In der Silvesternacht sollen Gruppen von Männern vor allem nordafrikanischer Herkunft in Köln Frauen umzingelt, bestohlen und sexuell bedrängt haben. Die meisten Anzeigen wurden dem Bericht zufolge bis zum Stichtag 13. Januar in Nordrhein-Westfalen (1076) erstattet – mit den Schwerpunkten Köln, Düsseldorf und Bielefeld.

Ähnliche Vorfälle in Hamburg sind schon länger bekannt, hier gingen nach Angaben der Polizei bisher 218 Strafanzeigen ein. 351 Frauen seien Opfer dieser Taten geworden.

In Hessen wurden laut BKA 31 Fälle von sexueller Nötigung, Beleidigung und Diebstahl gemeldet. In Bayern gab es 27 „Antanzdiebstähle“, in Baden-Württemberg 25 und in Bremen elf – dort ohne sexuelle Belästigung. Keine derartigen Delikte seien aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen gemeldet worden, berichten die drei Medien.

Bei den Ermittlungen zu den Übergriffen in der Silvesternacht bekommt die Kölner Polizei Hilfe von Spezialisten des Scotland Yard. Zwei sogenannte Super Recognizer der britischen Polizeibehörde unterstützen Kölner Polizisten bei der Identifizierung von Tatverdächtigen in Videoaufnahmen. Diese Spezialisten haben eine besondere Begabung für das Merken und Wiedererkennen von Gesichtern.