Flüchtlinge

Große Razzia gegen Geisterschiff-Schleuser

Die Bundespolizei hat einen Schlag gegen die Schleuserkriminalität geführt. Es gab Einsätze in sechs Bundesländern. Mit dabei: die GSG 9.

Ein Video der Bundespolizei zeigt die Festnahme eines der Tatverdächtigen

Ein Video der Bundespolizei zeigt die Festnahme eines der Tatverdächtigen

Foto: Bundespolizei / dpa

Der Bundespolizei und türkischen Behörden ist ein Schlag gegen kriminelle Schleuser gelungen. Wie Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Mittwoch in Potsdam mitteilte, fanden zeitgleich im Bundesgebiet und in der Türkei Hausdurchsuchungen statt. In Deutschland seien fünf Haftbefehle vollstreckt worden. Insgesamt gab es demnach 17 Razzien in sechs Bundesländern - auch in Berlin. Im Ergebnis sei das Schleusernetzwerk zerschlagen worden, sagte Romann.

Bei den Einsätzen in beiden Staaten wurde seinen Angaben zufolge auch der Hauptbeschuldigte gefasst. Die Ermittlungen richteten sich gegen ein Schleusernetzwerk, das Flüchtlinge mit sogenannten Geisterschiffen nach Italien geschickt haben soll. Die „schrottreifen“ Schiffe seien per Autopilot an ihr Ziel gelenkt worden.

Der Tod von Menschen sei dabei billigend in Kauf genommen worden, sagte Romann. Er sprach von einer „menschenverachtenden, internationalen Form organisierter Kriminalität“, die mit altruistischer Fluchthilfe nichts zu tun habe. „Hier geht es nur ums Kassemachen“, sagte er.

Die Flüchtlinge mussten Romann zufolge zwischen 4.500 und 6.000 US-Dollar an die Schleuser zahlen. 1.766 Menschen seien mit Schiffen des Netzwerks losgeschickt worden. Das ergebe einen Bruttoerlös von 9,5 Millionen Euro.

Stream der PK: