Charkiw –

Deutsche First Lady setzt sich für Kinder in Ostukraine ein

| Lesedauer: 2 Minuten

Daniela Schadt engagiert sich als Unicef-Schirmherrin

Charkiw. Daniela Schadt und der kleine Iwan sitzen Rücken an Rücken, hinter ihnen liegt ein SpongeBob-Spielzeug. Die First Lady und der Fünfjährige greifen auf Kommando von Kindergärtnerin Olga bei einem Spiel nach Klötzchen zu bestimmten Farben. Die Kinder lernen dabei, dass man sich gut zuhören muss im Leben. In dem Sozialzentrum in Charkiw im Osten der Ukraine ist das eine ernste Sache. Etwa zwei Stunden entfernt liegt die Front in einem immer noch sehr bitteren Konflikt. Bisher starben mehr als 9000 Menschen. Iwan kommt aus einer von Hunderttausenden Familien, die vor dem Krieg flohen.

Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, ist nicht zum ersten Mal als Unicef-Schirmherrin in einem Krisengebiet unterwegs. 2014 besuchte sie in Jordanien ein Flüchtlingslager an der Grenze zu Syrien. Jetzt das knietief verschneite Charkiw. Es geht in ein Land, dessen Konflikt mit Russland in den Nachrichten nach hinten gerutscht ist. Die Ukraine ist 2015, das von Bildern aus Syrien und den vielen Flüchtlingen in Deutschland geprägt war, aus dem Blick geraten.

Für die Menschen wurde es ein Krieg, der offiziell nicht so hieß, aber sich so anfühlt. Eine vereinbarte Waffenruhe ist brüchig. Laut UN gibt es etwa 1,6 Millionen Flüchtlinge im eigenen Land, darunter etwa 200.000 Kinder. Es ist wie überall auf der Welt: Die Kleinsten trifft es besonders hart. Die Unicef-Kinderschutzbeauftragte Gabrielle Akimova warnt in Charkiw: „Wir dürfen keine verlorene Generation haben.“

Es sei eine schwierige Situation in einem Land, das ohnehin in einer nicht einfachen Phase der Veränderung sei und in dem unglaublich viele Menschen auf der Flucht seien. „Dazu kommen die ganzen Probleme, die es schon vor dem Konflikt gegeben hat“, sagt Schadt. Damit meint sie etwa die hohe HIV-Rate.

Vielleicht wird sie auch Eindrücke von den Filmen mitnehmen, die Kinder über den Krieg gedreht haben. Jaroslaw spielt darin einen Chemiker und zündelt bei einem Experiment, bei dem er geschickt die Flammen ausmacht. Seine Botschaft: „Mach nie ein Feuer, wenn du nicht weißt, wie man es löscht.“

( dpa )

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