Terror

IS soll über 400 Zivilisten als Geiseln genommen haben

Bei Kämpfen in Syrien sollen 300 Zivilisten getötet worden sein. Der IS soll 400 Geiseln genommen haben – ihr Schicksal ist ungeklärt.

Menschenrechtlern zufolge tötete der Islamische Staat in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3700 Zivilisten und über 1000 Regimekämpfer.

Menschenrechtlern zufolge tötete der Islamische Staat in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3700 Zivilisten und über 1000 Regimekämpfer.

Foto: Mohammed Badra / dpa

Damaskus.  Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat bei Kämpfen in Ostsyrien mindestens 400 Zivilisten als Geiseln genommen. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Darunter seien Familien von Kämpfern, die auf Seiten der syrischen Regierung stünden, berichtete die in Großbritannien ansässige Organisation am Sonntag. Sie stützt sich auf ein umfangreiches Informantennetz vor Ort.

85 Zivilisten seien bei Angriffen des IS in von Regierungstruppen gehaltenen Bezirken der Stadt Deir al-Sor exekutiert worden, teilte die Beobachtungsstelle in der Nacht zum Sonntag mit. Zudem seien bei Gefechten in der Enklave am Samstag mindestens 50 Kämpfer des Regimes und auch 42 IS-Kämpfer gestorben.

Dair as-Saur unter Kontrolle des IS

Die syrische Staatsagentur Sana berichtete sogar von mehr als 300 getöteten Zivilisten. Dair as-Saur und die gleichnamige syrische Provinz stehen mit Ausnahme einiger Gebiete unter Kontrolle des Islamischen Staates. Die Belagerung der Stadt am Euphrat begann vor etwa einem Jahr.

Nach Berichten über schlechte Zustände in dem Gebiet hatte ein russisches Transportflugzeug zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Dair as-Saur abgeworfen. Bürgerrechtlern zufolge sind dort mindestens 250.000 Menschen eingeschlossen, der IS verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gebracht werden können.

Den Menschenrechtlern zufolge tötete der Islamische Staat in Syrien in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 3700 Zivilisten und über 1000 Regimekämpfer. (dpa/rtr)