Wien –

Österreich kritisiert schärfere Grenzkontrollen Deutschlands

Wien. Österreichs Behörden bekommen nach eigenen Angaben Deutschlands verschärfte Grenzkontrollen zunehmend zu spüren. Täglich würden rund 200 Migranten von Deutschland zurück über die Grenze geschickt, sagte ein Sprecher der Polizei Oberösterreich am Donnerstag. Diese würden in Österreich zwar registriert, danach aber großteils sich selbst überlassen. Fingerabdrücke würden genommen und es werde überprüften, ob es sich um Gesuchte handle. Danach kämen sie wieder frei. „Was sollten wir sonst tun? Wir haben keine rechtliche oder moralische Grundlage, sie einzusperren.“ Der Sprecher ergänzte: „Von Deutschland wäre es nur fair, wenn sie sagen würden, dass die Willkommenskultur beendet wird.“

Im Dezember wies Deutschland nach Angaben der österreichischen Polizei insgesamt 1564 Flüchtlinge zurück. Im Januar seien es bis Mitte des Monats bereits 1638 Menschen gewesen. „Von den täglich 2000 bis 3000 einreisenden Flüchtlingen werden von Deutschland rund zehn Prozent zurückgewiesen“, sagte der Polizei-Sprecher. Darunter seien Migranten, die keine oder keine gültigen Reisedokumente bei sich hätten sowie Menschen, die nicht direkt in Deutschland Asyl beantragen wollten, sondern in Schweden oder Dänemark.

Dänemark hat seit der Einführung der Passkontrollen an der deutsch-dänischen Grenze und der Ankündigung schärferer Asylgesetze weniger Flüchtlinge angezogen. Am Mittwoch seien gerade einmal elf Asylbewerber registriert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau. An den beiden Tagen zuvor waren es je rund 60 gewesen. Kurz nach dem Start der vorübergehenden Grenzkontrollen am 4. Januar waren jeden Tag noch über 100 Asylbewerber in dem Land gemeldet worden.

( rtr/dpa )

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