Selbstjustiz

Bürgerwehr geht in den Niederlanden gegen Flüchtlinge vor

„Gefechtseinheiten“ und „Kampftruppen“: Eine rechsradikale niederländische Bürgerarmee will gegen Asylbewerber und Islamisten kämpfen.

Eine Demonstration der Pegida Niederlande in Rotterdam. Mitglieder der „Dutch Self Defence Army“ (DSDA) wollen bei Pegida-Veranstaltungen als Ordner auftreten.

Eine Demonstration der Pegida Niederlande in Rotterdam. Mitglieder der „Dutch Self Defence Army“ (DSDA) wollen bei Pegida-Veranstaltungen als Ordner auftreten.

Foto: Remko De Waal / dpa

Den Haag.  In den Niederlanden wächst der Widerstand gegen steigende Flüchtlingszahlen und vor allem gegen den Islam. Am rechten Rand bilden sich immer mehr extreme Gruppierungen – etwa Pegida Niederlande, Pro Patria oder Identitair Verzet, was übersetzt „Widerstand für den Erhalt unserer Identität“ heißt.

Nun hat sich sogar eine niederländische „Bürgerarmee“ gegründet. Die „Dutch Self Defence Army“ (DSDA) will gegen Asylbewerber vorgehen und gegen Islamisten kämpfen. Ihr Ziel: „Wir sind ein Verbund von Gleichgesinnten, die sich selbst verteidigen wollen gegen mögliches Unheil und gegen Unterdrückung.“ Gemeinsame Sache macht die DSDA mit Pegida Niederlande. Auf der für den 6. Februar in Amsterdam geplanten Großdemonstration von Pegida Niederlande will die DSDA erstmals als „Ordnungsmacht“ auftreten, kündigte die Bürgerarmee an.

DSDA will nachts in Städten patrouillieren

Darüber hinaus plant die DSDA künftig nachts in niederländischen Städten zu patrouillieren. In einem im Internet veröffentlichten öffentlichen Brief schreibt DSDA-Gründer Jean de Zwaan: „Das deutsche, britische und niederländische Volk ist es satt, überfremdet zu werden. Mit unseren Freunden dort werden wir zusammen diverse Gefechtseinheiten und Kampftruppen gründen.“ Die DSDA wolle „in Uniformen öffentlich auftreten“, um als „Ordnungsmacht“ wahrgenommen zu werden.

Laut de Zwaan hat DSDA 300 Mitglieder. Diese seien aber streng ausgewählt. „Wir sind keine faschistische Bewegung“, betonte de Zwaan. „Neo-Nazis und Rechtsextremisten nehmen wir nicht auf. Auch lehnen wir einen Zusammenarbeit mit ihnen ab.“

Geheimdienst beobachtet Gruppierungen

In den Niederlanden wächst der Unmut über die ständig wachsende Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Wie groß er wirklich isst, zeigt dieser Vorfall: Vor einem Asylantenheim hängten Unbekannte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag tote Schweine an mehrere Bäume.

Der niederländische Geheimdienst Aivd beobachtet und analysiert die neuen Gruppierungen genau und stellt fest: „Der klassische rechtsgerichtete Protest hat sich in den zurückliegenden Monaten gewandelt. Er ist jetzt vor allem anti-islamitisch.“ Nach Informationen des Aivd „wächst auch die Gewaltbereitschaft in diesen neuen anti-islamischen Gruppierungen.“

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt die niederländische Anti-Terrorbehörde NCTB. „Die Unzufriedenheit unter der Bevölkerung über den wachsenden Zustrom von Flüchtlingen wächst. Das ist der Nährboden für Extremismus,“ so die Anti-Terrorbehörde NCTB in einem Bericht.

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