Rechtsextremisten

Bundesanwaltschaft klagt Terrorgruppe „Oldschool Society“ an

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In Facebook-Gruppen posteten Mitglieder der „Oldschool Society“ rechtsextreme Inhalte.

In Facebook-Gruppen posteten Mitglieder der „Oldschool Society“ rechtsextreme Inhalte.

Foto: dpa

Vor allem über soziale Netzwerke soll die „Oldschool Society“ Pläne zu Anschlägen geschmiedet haben. Nun gibt es eine Anklage.

Karlsruhe.  Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen vier Mitglieder der rechten Terrorgruppe „Oldschool Society“ erhoben.Drei Männer im Alter von 40 bis 57 Jahren und eine 23 Jahre alte Frau hätten im Januar 2015 eine terroristische Vereinigung gegründet, teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mit. Die vier Verdächtigen waren im Mai 2015 festgenommen worden und sitzen in Untersuchungshaft.

Die Anklage erfolgte vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München. Die Anklagebehörde wirft ihnen vor, Anschläge mit Nagel- und Brandbomben auf Flüchtlingsunterkünfte geplant zu haben. Die Absprachen fanden hauptsächlich über soziale Netzwerke wie Facebook statt. Die Beschuldigten hätten sich seit August 2014 über eine Chatgruppe im Internet mit dem Namen „Oldschool Society“ über ihre rechtsgerichtete nationalistische Weltanschauung und ihre gewalttätigen Ziele ausgetauscht. Eine erste Tat sollte demnach in der Nähe von Borna in Sachsen ausgeführt werden.

Terrorgruppe war wie Verein organisiert

Der 57-jährige Andreas H. und der 40 Jahre alte Markus W. seien als Präsident und Vizepräsident aufgetreten. Denise G. habe als Schriftführerin unter anderem Mitgliedsbeiträge eingesammelt und der 47-jährige Olaf O. habe als Pressesprecher Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Anfang 2015 sollen Markus W. und Denise G. in Tschechien ohne die erforderliche Erlaubnis pyrotechnische Sprengkörper beschafft haben.

Andreas H. und Markus W. hätten Überlegungen angestellt, wie sie die Gefährlichkeit der Sprengkörper etwa mit Nägeln oder Brennstoff erhöhen können. Ein Nagelbombenanschlag wird auch der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zur Last gelegt. Dabei waren 2004 in Köln mehr als 20 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden.

Verbindungen zu rechtsextremer Partei

Nach Verfassungsschutz-Erkenntnissen in Nordrhein-Westfalen gab es auch Verbindungen zur rechtsextremen NPD. Markus W. sei im Dürener Kreisverband der Partei aktiv gewesen. Er habe bis 2010 in NRW gelebt und in der 2012 verbotenen Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ mitgemacht. Gegen die NPD läuft ein Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht. Die Länder halten sie für verfassungsfeindlich.

Markus W. war ebenso wie Denise G. in Sachsen festgenommen worden, Olaf G. in Bochum und Andreas H. in Augsburg. Nach Angaben des NRW-Verfassungsschutzes gehörten der OSS etwa zehn Mitglieder an. (dpa)

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