Bürgerkrieg

Vereinte Nationen bitten um Milliardenhilfe für Syrien

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein kleiner Junge in der Provinz von Aleppo: Nicht nur hier ist die Lage dramatisch. Weltweit gehen fast 24 Millionen in Konfliktgebieten lebende Kinder nicht zur Schule.

Ein kleiner Junge in der Provinz von Aleppo: Nicht nur hier ist die Lage dramatisch. Weltweit gehen fast 24 Millionen in Konfliktgebieten lebende Kinder nicht zur Schule.

Foto: KHALIL ASHAWI / REUTERS

Millionen Betroffene des Syrienkriegs benötigen dringend Hilfe. Das kostet die UN Milliarden. Auch in Bildung soll investiert werden.

New York.  Zur Linderung der Not im Bürgerkriegsland Syrien benötigen die Vereinten Nationen fast acht Milliarden Dollar Hilfsgelder. Mehr als 22 Millionen Betroffene des Syrienkonflikts benötigten humanitäre Hilfe und das koste die Gemeinschaft nach UN-Angaben 7,7 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro). Im sechsten Jahr des blutigen Bürgerkriegs müssten unter anderem geschätzt 4,7 Millionen Flüchtlinge sowie 13,5 Millionen Vertriebene und Betroffene innerhalb Syriens versorgt werden, teilten die UN am Dienstag in New York mit.

2015 war der Finanzbedarf auf knapp 7,5 Milliarden Dollar, also etwa sieben Milliarden Euro, beziffert worden – doch nur die Hälfte dieser Summe kam zusammen.

UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien hatte bereits im November auf die Kosten aufmerksam gemacht. Die in gut drei Wochen in London geplante internationale Geberkonferenz sei nun eine Chance, die Auswirkungen des Kriegs besonders auf Frauen, Mädchen und junge Menschen zu beleuchten, sagte O'Brien. Neben Nahrung und Medikamenten sieht der UN-Plan auch Ausgaben für Sanitäranlagen und Bildung vor.

500 Millionen Dollar für Bildung

So muss nach Einschätzung der UN die Schulbildung von Flüchtlingskindern aus Syrien in den Nachbarstaaten Türkei, Jordanien und Libanon mit weiteren 500 Millionen Dollar (461 Millionen Euro) finanziert werden. Das sagte der UN-Sonderbotschafter für Bildung, Gordon Brown: „Die Todesreisen nach Europa werden 2016 nicht abnehmen, sondern hochschnellen, so lange die sechs Millionen Vertriebenen und zwei Millionen Flüchtlingskinder ausgebeutet und ihnen in der Region jede Chance verweigert wird.“

Die Kinderehen unter syrischen Flüchtlingskindern hätten sich mehr als verdoppelt. Jedes dritte Kind arbeite einer aktuellen Umfrage zufolge auf dem Schwarzmarkt. Es reiche nicht, den Kindern Nahrung und Unterkunft zu bieten.

Lage weltweit dramatisch

Aber nicht nur in Syrien und seinen Nachbarländern ist die Lage dramatisch. Weltweit gehen fast 24 Millionen in Konfliktgebieten lebende Kinder nicht zur Schule – und damit jedes vierte Kind. Mit der Gesamtsumme von 750 Millionen Dollar (691 Millionen Euro) könnten Brown zufolge dieses Jahr mehr als eine Million Kinder zur Schule gehen. 2017 soll diese Zahl noch steigen. Das Geld kommt derzeit aus der EU sowie aus den Golfstaaten.

Im seit 2010 wütenden Bürgerkrieg in Syrien wurden bislang etwa 250.000 Menschen getötet und weitere 1,2 Millionen verletzt. Die Bitte nach Syrien-Hilfen sind Teil eines größeren Appells für humanitäre Hilfen in Höhe von 20,1 Milliarden Dollar (18,6 Milliarden Euro), um weltweit 87 Millionen Menschen in Not zu unterstützen. (dpa)