Silvester-Übergriffe

CDU-Politiker machen Frauenbild von Flüchtlingen zum Thema

In der CDU mehren sich nach den Silvester-Übergriffen die Stimmen, die die Haltung von Zuwanderern gegenüber Frauen kritisieren.

Der CDU-Abgeordnete Kai Wegner sieht die Übergriffe der Silvesternacht als Beleg für ein falsches Frauenbild bei vielen Zuwanderern.

Der CDU-Abgeordnete Kai Wegner sieht die Übergriffe der Silvesternacht als Beleg für ein falsches Frauenbild bei vielen Zuwanderern.

Foto: imago/Lars Berg / IMAGO

Berlin.  Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner sieht den Grund für die sexuellen Übergriffe in Köln und anderen Städten während der Silvesternacht in der grundsätzlichen Haltung von Zuwanderern gegenüber Frauen. „Fakt ist, dass viele Zuwanderer und Flüchtlinge ein archaisches Frauenbild haben, das mit unseren liberalen Werten und unseren Vorstellungen von der Gleichberechtigung der Geschlechter schlicht unvereinbar ist“, erklärte Wegner in Berlin.

In der Silvesternacht hatten sich am Kölner Hauptbahnhof aus einer Menge von etwa 1000 Männern heraus kleinere Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen. Danach hatten Augenzeugen und Opfer gesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft gewesen.

„Die schändlichen Sexattacken müssen einen Wendepunkt in der Flüchtlingsdebatte markieren“, fordert der Christdemokrat weiter. Es sei jetzt nicht die Zeit dafür, „Probleme zu bemänteln und zu beschweigen“. Falsche Toleranz schütze nur die Täter.

„Strenge Auflagen für Flüchtlinge nötig“

Wegner, der auch Großstadtbeauftragter der Union ist, hält es auch für „keinen Zufall“, dass sich die Übergriffe in Großstädten ereigneten. „Diese Attacken sind auch eine Folge der einseitigen Konzentration von Zuwanderern und Flüchtlingen in den Ballungsgebieten“, so der Abgeordnete. Notwendig sei daher eine „strenge Wohnsitzauflage für Flüchtlinge“, damit Zusammenballungen in den Großstädten unterblieben.

In ähnlicher Weise äußerte sich die Vize-Bundesvorsitzende der CDU Julia Klöckner. Sie warnte vor einer falschen Moraldebatte. Man müsse „ganz frei von Scheuklappen, aber auch ohne Pauschalisierungen“ darüber sprechen, wer welche Frauenbilder habe, so Klöckner am Donnerstag in Mainz. „Ganz gleich, wer welchen kulturellen Hintergrund hat, nichts rechtfertigt dieses respektlose und verletzende Verhalten gegenüber Frauen.“ Angesichts von Hemmungslosigkeit und Verachtung verstehe sie „jede Frau oder jeden, der sagt, wo entwickelt sich so etwas hin“. Klöckner dringt auf eine Pflicht zur Integration von Zuwanderern per Gesetz.

Islamforscherin Kaddor sieht ein kulturelles Problem

Auch die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor sieht den Grund für die massiven sexuellen Übergriffe gegen Frauen in Köln in den männerdominierten Gesellschaften der arabisch-muslimischen Herkunftsländer der Täter. „Ich denke schon, dass es Auswüchse dieser speziellen Kultur sind. Sicher bringen Menschen ihre Sozialisation mit. Die hat sich scheinbar auch ein Stück weit hier gezeigt“, sagte Kaddor am Donnerstag im ZDF. „Wir müssen die Diskussion führen, was sind die vorherrschenden Männlichkeitsbilder dieser jungen Männer und was sind vor allem ihre Vorstellungen von Frauenbildern und Geschlechterrollen“, so Kaddor weiter.

Mit dem Islam als Religion hätten die Übergriff nicht viel zu tun, sagte sie. „Es ist weniger ein streng religiösen Problem (...), es ist eher ein kulturelles, patriarchalisches Problem“, sagte Kaddor, die syrischer Abstammung ist und auch als Religionspädagogin arbeitet. Zwar speise sich die patriarchalische Kultur muslimischer Länder und das Verhalten der Männer möglicherweise aus der Religion. Trotzdem dürfe man nicht alle muslimischen Männer unter Generalverdacht stellen. „Das betrifft auch andere Einwanderer und Männer in unserer Gesellschaft.“ (W.B./dpa)