Übergriffe

Trump macht mit der Kölner Silvesternacht Wahlkampf

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Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt. Am Mittwoch zeigte er auf Deutschland als abschreckendes Beispiel.

Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt. Am Mittwoch zeigte er auf Deutschland als abschreckendes Beispiel.

Foto: Cj Gunther / dpa

Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln haben weltweit Schlagzeilen gemacht. Donald Trump schlachtet die Vorfälle für sich aus.

Washington.  Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump nimmt die Vorfälle als Munition für seinen Wahlkampf gegen Einwanderer. Am Mittwoch twitterte er: „Deutschland erlebt gerade massive Angriffe auf seine Bevölkerung durch die Migranten, die ins Land kommen. Silvester war eine Katastrophe. Denkt mal darüber nach!“

Unter dem Tweet tobt eine heftige Auseinandersetzung: Ein Teil der Nutzer stimmt ihm zu und äußert sich zum Teil auch hasserfüllt gegen Merkel. Andere nennen ihn einen Rassisten und werfen ihm vor, sich bisher um Frauenrecht nicht geschert zu haben.

Es ist nicht das erste Mal in jüngster Zeit, dass der Milliardär Bezug nimmt auf Deutschland. Als Merkel auf dem Cover des „Time“-Magazins als Person des Jahres zu sehen war (und nicht er), schrieb Trump, dass die Person ausgewählt worden sei, die Deutschland ruiniere.

Trump fiel mit frauenfeindlichen Sprüchen auf

Trumps Wahlkampf basiert vor allem auf der Ausgrenzung von Minderheiten. Unter anderem plädiert er für eine noch stärkere Abschottung der USA und fordert auch ein generelles Einreiseverbot für Muslime. Er spricht sich auch für die Ausweisung aller geschätzt elf Millionen illegal Eingewanderten aus und für eine Mauer auf voller Länge der Grenze zu Mexiko.

Politikwissenschaftler sehen den größten Zuspruch für Trump unter weißen Männern, die sich in ihrem Status bedroht fühlen. Dort punktete Trump in der Vergangenheit auch mit frauenfeindlichen Sprüchen. Über eine scharf nachfragende Journalistin hatte er etwa gesagt: „Es kam Blut aus ihren Augen, Blut aus woher auch immer.“ Das wurde allgemein so verstanden, dass er ihr unterstellte, ihre Tage zu haben. Im republikanischen Lager werden Trumps wiederholt frauenfeindlichen Äußerungen mit Sorge gesehen. Jeb Bush, der als Bewerber eigene Interessen hat, fragte: „Wollen wir 53 Prozent aller Wähler beleidigen?“ (law)

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