Bundeswehr

Ex-Verteidigungsminister Jung vermisst die Wehrpflicht

Auch Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) fordert nun mehr Soldaten in der Bundeswehr. Er spricht auch die Wehrpflicht an.

Alte Zeiten: Der frühere Verteidigungsminister Franz-Josef Jung – hier noch im Amt 2009 bei einem feierlichen Gelöbnis von Bundeswehr-Rekruten vor dem Reichstag – sieht in der Aussetzung der Wehrpflicht einen Fehler.

Alte Zeiten: Der frühere Verteidigungsminister Franz-Josef Jung – hier noch im Amt 2009 bei einem feierlichen Gelöbnis von Bundeswehr-Rekruten vor dem Reichstag – sieht in der Aussetzung der Wehrpflicht einen Fehler.

Foto: imago stock&people

Berlin.  Der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Entscheidung kritisiert, die Wehrpflicht in Deutschland auszusetzen. „Die Wehrpflicht hätte ich nicht ausgesetzt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag unserer Redaktion. Eine Wiedereinführung sei allerdings „politisch noch nicht durchsetzbar“, fügte er hinzu.

Zugleich forderte Jung, die Bundeswehr personell wieder aufzustocken. „Die Belastungen in den Auslandseinsätzen und im Inland vor allem durch die Flüchtlingssituation sind für ein Kontingent von 178.000 Soldaten zu hoch“, sagte er. „Angemessen wäre eine Größenordnung von 185.000 Soldaten.“ Diese Mindestzahl hatte auch der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels angesichts der weltweiten Krisen gefordert. Der Bundeswehrverband hatte beklagt, die Truppe sei „absolut im roten Bereich“ und 5000 bis 10.000 zusätzliche Soldaten angemahnt.

Guttenberg hatte Aussetzung vorangetrieben

Die Aussetzung geht zurück auf Jungs Nachfolger Karl Theodor zu Guttenberg (CSU), der den Anfang vom Ende der Wehrpflicht im Frühjahr 2010 in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg verkündet hatte. Im November 2010 stellte sich der CDU-Bundesparteitag mit überwältigender Mehrheit hinter Guttenbergs Initiative. Das Kabinett beschloss im Dezember 2010 die Aussetzung zum 1. Juli 2011. Umzusetzen hatte das nach Guttenbergs erzwungenem Rücktritt in der Plagiatsaffäre Nachfolger Thomas de Maizière. (gau)