Aufzeichnung

Bundespräsident Gauck hielt falsche Weihnachtsansprache

Mit der Geografie ist das so eine Sache, auch für Joachim Gauck. Ein Fehler kostete ihn dieses Jahr wertvolle Weihnachtstunden.

Bundespräsident Joachim Gauck hat seine Weihnachtsansprache in diesem Jahr zweimal aufgezeichnet. Gezwungenermaßen.

Bundespräsident Joachim Gauck hat seine Weihnachtsansprache in diesem Jahr zweimal aufgezeichnet. Gezwungenermaßen.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Es ist ein politisches Ritual: Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten. Er lässt das Jahr Revue passieren und gibt einen Ausblick auf das, was im kommenden Jahr zu erwarten ist.

Ausgestrahlt wird die Rede am ersten Weihnachtsfeiertag abends nach den Nachrichten – aufgezeichnet wird sie aber schon einige Tage früher. Damit der Bundespräsident selbst Weihnachten feiern kann.

Dieses Mal ging allerdings einiges schief. Denn Joachim Gauck hat zunächst die falsche Rede gehalten, wie die „Bild“ berichtet. Zumindest eine, in der ein Fehler enthalten war. Der fiel zwar auf – allerdings erst recht spät.

Pyrenäen statt Alpen

Auf dem Teleprompter, von dem Gauck die Ansprache ablas, stand ein fehlerhafter Text. „Wir erinnern uns an die schreckliche Flugzeugkatastrophe in den Pyrenäen...“, las Gauck während der Aufzeichnung, die am vergangenen Dienstag (22.12.) nachmittags in Schloss Bellevue in Berlin stattfand. Die Germanwings-Maschine war im März allerdings nicht in den Pyrenäen abgestürzt, sondern in den französischen Alpen. Bei dem Unglück, das der Copilot absichtlich herbeigeführt hatte, starben alle 150 Menschen an Bord. Die Pyrenäen liegen an der Grenze zu Spanien – die Alpen an der Grenze zu Italien.

Der Fehler war vorher niemandem aufgefallen – und das, obwohl der Redetext in der Regel von mehreren Stellen im Bundespräsidialamt gelesen und geprüft wird. Auch während der Aufzeichnung war niemand irritiert. Der Dreh wurde beendet, Gauck fuhr nach Hause.

Erst am nächsten Tag und damit kurz vor der Vorabveröffentlichung der Rede fiel der Fehler doch noch auf. Wem und warum, ist unklar. Fakt ist: Die Rede musste noch einmal aufgezeichnet werden. Das hat das Bundespräsidialamt der „Bild“ bestätigt. (sdo)