Demonstration

Pegida-Gegner singen „Ode an die Freude“ gegen den Hass

Am Montagabend haben sich Tausende Demonstranten zu einer Kundgebung gegen Pegida versammelt. Statt Parolen ertönten jedoch Gesänge.

Die Kundgebung unter dem Motto „Herz statt Hetze“ in Dresden richtete sich gegen die Pegida-Demonstrationen.

Die Kundgebung unter dem Motto „Herz statt Hetze“ in Dresden richtete sich gegen die Pegida-Demonstrationen.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Dresden.  Vor dem Theaterplatz in Dresden haben sich am Montagabend ungewohnte Bilder geboten. Bei einer Großdemonstrationen gegen eine Kundgebung des islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses wurde nicht nur laut argumentiert, sondern auch gesungen.

Tausende Demonstranten hatten gemeinsam mit dem Orchester der Staatsoper die „Ode an die Freude“ angestimmt. Auch das Staatsschauspiel Dresden stimmte in den Chor ein. In einem Video hat das Aktionsbündnis „Herz statt Hetze“ den Gesang festgehalten. Das Bündnis hatte zu dem Gesang und der Kundgebung aufgerufen.

Mit einem Großaufgebot hatte sich die Polizei auf die Demonstrationen von Pegida und des Aktionsbündnisses vorbereitet, um mögliche Gewaltausbrüche, etwa von linksextremen Gegendemonstranten, zu verhindern. In der Innenstadt waren mehrere Wasserwerfer in Position gebracht worden. Polizisten aus Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bayern unterstützen die sächsische Polizei.

An der Pegida-Kundgebung, bei der auch Weihnachtslieder gesungen wurden, nahmen laut Beobachtern und der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ 6000 bis 8000 Menschen teil. Das wäre wieder ein Anstieg zur vergangenen Woche.

Ähnliche Aktion in Mainz führte zu Anzeige

In Mainz hatte es Ende November eine ähnliche Aktion als Kontrast zu einer Kundgebung der Partei AfD gegeben: Mitarbeiter des Theaters hatten dort ebenfalls die „Ode an die Freude“ gesungen. Jedoch war der Gesang nach Polizeiangaben so laut, dass die Polizei die AfD-Demonstration massiv gestört sah. Im Nachgang wurde seitens der Polizei Anzeige gegen den Theaterintendanten erstattet, wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtet. (ac/dpa)