Kernkraft

Brand auf Atomkraftwerk-Areal: Tihange 1 in Belgien vom Netz

Das Atomkraftwerk Tihange in der Nähe von Aachen steht seit längerem in der Kritik.

Das Atomkraftwerk Tihange in der Nähe von Aachen steht seit längerem in der Kritik.

Foto: Oliver Berg / dpa

Wegen eines Feuers im nicht-nuklearen Bereich des Atomkraftwerkes Tihange in Belgien hat sich offenbar ein Reaktorblock abgeschaltet.

Brüssel.  Reaktorblock 1 des nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen belgischen Kernkraftwerks Tihange hat sich einem Medienbericht zufolge am Freitagabend automatisch abgeschaltet. Grund sei ein kurzzeitiger Brand in einem nicht-nuklearen Bereich des Geländes gewesen, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Electrabel. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf die Arbeiter, die Bevölkerung oder die Umwelt.

Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit längerem in der Kritik. In dieser Woche war der Reaktor Tihange 2 wiederangefahren worden. Die nordrhein-westfälische Landesregierung protestierte wegen Sicherheitsbedenken scharf dagegen. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sprach von einem „Bröckel-Reaktor“.

Umweltschützer fordern nach Brand Stilllegung von belgischem Reaktor

Nach dem Brand fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) von der belgischen Regierung die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks Tihange. Zudem solle die belgische Regierung alle Betriebsgenehmigungen zurücknehmen, teilte die Initiative am Samstag in Bonn mit. Der Verband kündigte zudem eine Demonstration am Sonntag in Ahaus gegen Atommülltransporte von Ahaus nach Jülich sowie gegen den Betrieb von Atomkraftwerken im In- und Ausland an.

Umweltschützer fordern seit längerem die Abschaltung des Kraftwerks. Zuletzt hatte der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz am Dienstag die Wiederinbetriebnahme der belgischen Atomreaktoren Tihange 2 und Doel 3 als riskant und gefährlich kritisiert. Die belgische Atomsicherheitsbehörde AFCN hatte am 17. November diesen Jahres die Wiederinbetriebnahme autorisiert. (dpa/epd)


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