Polizei

De Maizière stellt neue Anti-Terror-Truppe vor

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Polizisten der Sondereinheit GSG9 während eines Einsatzes.

Polizisten der Sondereinheit GSG9 während eines Einsatzes.

Foto: Boris Roessler / dpa

Die Bundespolizei wird durch eine Sondereinheit verstärkt. Die Truppe „BFE+“ soll speziell für Anti-Terror-Arbeit ausgebildet werden.

Berlin.  Bei großen Anti-Terror-Einsätzen wird die Bundespolizei zukünftig durch eine neue Spezialeinheit unterstützt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stellt die Truppe am Mittwochnachmittag am Bundespolizei-Standort Blumberg in der Nähe von Berlin vor. Die Einheit mit dem sperrigen Namen „BFE+“ (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus) soll bis zum kommenden Jahr 250 Sicherheitsbeamte an verschiedenen Standorten umfassen. Zunächst nehmen in Blumberg 50 Beamte die Arbeit auf.

Nach den Terroranschlägen von Paris im Januar ließ de Maizière analysieren, wie gut Deutschland auf einen solchen Fall vorbereitet ist. Heraus kam, dass nachgebessert werden müsse. Gewerkschafter hatten etwa beklagt, dass deutsche Polizisten gegen den Beschuss mit Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow nicht gewappnet seien. Zudem fehlten Beamte, die speziell für Anti-Terror-Einsätze ausgebildet sind.

Polizeigewerkschaften fordern bessere Ausrüstung

Die neue Einheit soll anders als die Elitetruppe GSG9 der Bundespolizei für tagelange, groß angelegte Fahndungsaktionen geschult werden. Bisherige Sondertruppe sind vor allem Zugriffskommandos.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die neue Einheit als Bereicherung. Der stellvertretende Vorsitzende, Jörg Radek, sagte aber, man dürfe den normalen Streifenpolizisten nicht vergessen. „Der ist im Zweifel der erste, der mit einem Beschuss konfrontiert ist und diesen erwidern muss.“ Streifenbeamte hätten aber keine ausreichenden Schutzwesten und oft nur ein Magazin für ihre Waffe. „Die einen statten wir robust aus und den anderen fehlt ein zweites Magazin“, klagte Radek.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, verlangt eine bessere Ausstattung von Polizeistreifen. Sie müssten Helme und robuste Schutzwesten zumindest im Auto dabei haben. „Es wäre verantwortungslos, beim einfachen Streifenpolizisten nichts zu tun.“ Den Aufbau der neuen Einheit hält Wendt grundsätzlich für richtig. „Das ist gut investiertes Geld.“ Er forderte aber auch die Länder auf, ähnliche Einheiten zu gründen. (dpa)

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