Terror-Prozess

Zschäpe will sich im NSU-Prozess erst 2016 zu Fragen äußern

Zur Aussage von Beate Zschäpe hat der Richter viele Fragen. Die will die Hauptangeklagte im NSU-Prozess erst im Januar beantworten.

Auf die vielen Fragen, die der Richter zu ihrer Aussage hat, will sich die Terror-Verdächtige Beate Zschäpe erst im kommenden Jahr äußern.

Auf die vielen Fragen, die der Richter zu ihrer Aussage hat, will sich die Terror-Verdächtige Beate Zschäpe erst im kommenden Jahr äußern.

Foto: Tobias Hase / dpa

München.  Im NSU-Prozess will die Hauptangeklagte Beate Zschäpe erst im kommenden Jahr Fragen der Richter beantworten. Zschäpe werde sich auch nach ihrer Erklärung vom vergangenen Mittwoch nur schriftlich äußern, sagte ihr Verteidiger Mathias Grasel am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München. „Wir werden den Fragenkatalog in den nächsten Tagen abarbeiten“, kündigte Grasel an. „Ich fürchte, dass wir es nicht vor Donnerstag schaffen, sondern erst nach der Weihnachtspause.“

Das Gericht will noch am Mittwoch und Donnerstag zusammenkommen, danach ist am 12. Januar ein Verhandlungstermin geplant. Am Dienstag erkundigte sich Richter Manfred Götzl bei Zschäpe nach Dutzenden Einzelheiten ihrer Erklärung, die Grasel verlesen hatte. Er fragte vor allem an den Stellen nach, an denen Zschäpes Aussage Lücken oder Widersprüche aufweist oder Fragen offengelassen hat.

Beispielsweise will Götzl von Zschäpe genauer wissen, wie es um die Beziehung zwischen ihr, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bestellt war. Mit den beiden Männern, die Morde und Anschläge begangen haben sollen, lebte Zschäpe zusammen. Von den Taten will sie auch deshalb nichts mitbekommen haben, weil ihr die beiden nicht hundertprozentig vertraut hätten. Genau das hinterfragt Götzl nun.

Fragen der Nebenkläger will Zschäpe gar nicht beantworten

Auch die Bundesanwaltschaft und der Verteidiger eines Mitangeklagten richteten einige wenige Fragen an Zschäpe. Nebenkläger und ein Sachverständiger kündigten ebenfalls Nachfragen an. Zschäpe hatte ihren Anwalt aber bereits erklären lassen, dass sie nur Fragen des Gerichts und der Anwälte ihrer Mitangeklagten beantworten will.

Zschäpe und vier weitere Angeklagte stehen als mutmaßliche Mittäter und Helfer von Böhnhardt und Mundlos vor Gericht. Der Prozess zählt zu den umfangreichsten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Den Ermittlungen zufolge ermordete die Gruppe binnen zehn Jahren neun Männer griechischer und türkischer Abstammung sowie eine Polizistin. Außerdem sollen die Extremisten Bombenanschläge und Raubüberfälle begangen haben. Böhnhardt und Mundlos nahmen sich bei ihrer Enttarnung 2011 das Leben. Das Gerichtsverfahren begann im Mai 2013. (rtr/dpa)