Stromkosten

Sozialverband: Hartz-IV-Empfänger brauchen mehr Strom-Geld

Immer mehr Hartz-IV-Empfänger können ihre Stromrechnung nicht bezahlen. Ein Sozialverband fordert dringend eine Regelsatz-Erhöhung.

Dass die Bundesregierung den Anteil der Stromkosten im Hartz-IV-Regelsatz nicht erhöhen will, bezeichnet der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes als „wirklich ignorant“.

Dass die Bundesregierung den Anteil der Stromkosten im Hartz-IV-Regelsatz nicht erhöhen will, bezeichnet der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes als „wirklich ignorant“.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Berlin.  Weil Hunderttausende ihre Stromrechnung nicht bezahlen können, fordert der Paritätische Gesamtverband mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte am Dienstag in Berlin, die Bundesregierung wolle den im Hartz-IV-Regelsatz enthaltenen Anteil für die Stromkosten nicht erhöhen. Eine entsprechende Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag bezeichnete Schneider als „wirklich ignorant“.

Strom sei kein Luxusgut, sondern gehöre zum Existenzminimum. Schneider erklärte, die Strompreise seien seit 2008 um ein Drittel gestiegen. Die Berechnung der Hartz-IV-Sätze beruhe auf Statistiken aus dem Jahr 2008 und sei schon damals um 20 Prozent unter der Preisentwicklung geblieben. Die Bundesnetzagentur hatte vor wenigen Wochen bekanntgegeben, dass mit Stromabschaltungen wegen Zahlungsverzug in 352.000 Haushalten im vergangenen Jahr ein neuer Höchststand erreicht worden war. (epd)