Politik

„Wer will sich im öffentlichen Dienst noch bewerben?“

Zum Artikel: „Zwei Minuten
Schießtraining – im Jahr“
vom 13. Dezember

Über das Jahr verteilt müssen wir die „Sparerfolge“ des Senats zur Kenntnis nehmen: marode Schulen, Kindergärten, Straßen und Brücken, Personalmangel bei der Polizei, der Feuerwehr, den Bürgerämtern, den Lehrern, den sozialen Einrichtungen und den beiden Kfz- Zulassungsstellen. Aus diesem Verhalten unserer politischen Führung entsteht die oft beklagte Politikverdrossenheit. Die Probleme werden von den Verantwortlichen kleingeredet und mit dem „Blick nach vorne“ und mit versprochenen Personalaufstockungen bemäntelt. Das sagt aber nichts über die Verbesserung, etwa unter Berücksichtigung des altersbedingten Arbeitsausscheidens. Im konkreten Fall der Polizeiausstattung und der Schießstände werden einfach die Vorgaben nach unten verändert und die Polizeibeamten damit einer erhöhten Gefahr ausgesetzt. Wer sollte sich bei diesen Bedingungen noch für den öffentlichen Dienst bewerben? Qualitative Personalarbeit sieht anders aus.

Frank Siegfried, Karow

Meine Würde als Körperspenderwird so eingeschränkt

Zum Artikel: „,Kommerzialisierung
des Todes’“ vom 12. Dezember

Mit dem Urteil zur Schließung des Plastinariums verstoßen das Gericht und der Senat Berlins gegen Artikel 1.1 des Grundgesetzes (Die Würde des Menschen ist unantastbar). Auch die Kirchen haben nicht begriffen, dass das Urteil sich nicht für, sondern gegen die Würde auch der freiwilligen verstorbenen Spender richtet. Es werden schließlich nur Körperspender, so wie ich einer bin, plastiniert. Da ich ein Nichtgläubiger bin, jedweden Glauben respektiere, aber für mich ablehne, ist es eine Chuzpe der Möchtegernmoralisten, für mich zu sprechen. Wer Plastination nicht mag, soll sich das nicht ansehen, aber die Würde des lebenden und verstorbenen Körperspenders nicht einschränken.

Oliver Marcks, Falkenhagener Feld

Es ist höchste Zeit für die Gründung einer Task Force

Zum Artikel: „Die kriminelle Parallelwelt der Familienclans“ vom 12. Dezember

Es ist schon erschreckend, wie sich bei uns kriminelle Großfamilien zunehmend breitmachen und bestimmte Gegenden zur „no-go-area“ machen. Ich selbst war bis Mitte der 80er-Jahre in Nahost und erlebte dort die Macht der Clans. Gleiches zeigt sich jetzt zunehmend in Berlin. Vorgängersenate und auch der jetzige haben nicht sofort energisch eingegriffen, als Clanmitglieder ohne oder mit gefälschten Pässen sich ausbreiteten und nach und nach alle denkbaren kriminellen Felder besetz(t)en. Der Druck auf jene, die sich ihrem Tun widersetzen (gegnerische Anwälte, Zeugen, Richter, Polizei), ist unglaublich. Claneigene Anwälte, sagt man, liefern die Adressen der Zeugen, die dann unter Druck gesetzt werden. Es ist höchste Zeit, eine eigene Task Force gegen diese organisierte Kriminalität einzurichten und auch mit allen erdenkliche Vollmachten auszustatten und die Mitglieder, wann immer möglich, abzuschieben (wohin auch immer).

Heinrich Rückert, per Mail

Ein Mittel gegen Hinhaltetaktik und Dumpinglöhne

Zum Artikel: „Schwesig will
Gehaltsangaben in Stellenanzeigen“
vom 14. Dezember

Es freut mich, dass Frau Schwesig diese Notwendigkeit jetzt in einen Gesetzentwurf einbringen will. Es ist längst überfällig, die Arbeitnehmer in eine bessere Ausgangsposition bei Bewerbungen zu bringen. Damit wird gegen Hinhaltetaktik und Dumpinglöhne vorgegangen. Nutzlose Fahrten zu Vorstellungsgesprächen schonen nicht nur die Nerven, sondern auch den Geldbeutel und die Umwelt. Der öffentliche Dienst ist bezüglich der Gehaltsangaben auch transparent. Warum soll das nicht bei allen Arbeitgebern möglich sein? Da sollte es kein Verständnis für Blockierer geben.

Hans-Joachim Möller, per Mail