Terrorbekämpfung

Saudi-Arabien will sein Image mit Zeitungsanzeige retten

Saudi-Arabien fühlt sich beim Thema Terrorbekämpfung falsch dargestellt. Ändern soll das nun eine kostspielige Annonce mit Fehlern.

Sigmar Gabriel (SPD) und der König von Saudi-Arabien, Salman bin Abdelasis al-Saud, in Riad. Die Beziehungen beider Länder will Saudi-Arabien nun mit einer Zeitungsanzeige verbessern.

Sigmar Gabriel (SPD) und der König von Saudi-Arabien, Salman bin Abdelasis al-Saud, in Riad. Die Beziehungen beider Länder will Saudi-Arabien nun mit einer Zeitungsanzeige verbessern.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin.  Die Rolle Saudi-Arabiens in der arabischen Welt wird in Deutschland kritisiert. Anfang Dezember prophezeite der Bundesnachrichtendienst (BND) in einer Analyse eine destabilisierenden Rolle des Königreichs: „Die bisherige vorsichtige diplomatische Haltung der älteren Führungsmitglieder der Königsfamilie wird durch eine impulsive Interventionspolitik ersetzt.“

Auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) warnte in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ das Land davor, religiösen Extremismus in Deutschland zu unterstützen. Aus Saudi-Arabien würden überall in der Welt wahhabitische Moscheen finanziert und aus genau diesen Gemeinden kämen dann in Deutschland viele islamistische Gefährder an. Die saudi-arabische Botschaft in Berlin reagierte auf diese Worte empört und dementierte einen massiven Moscheenbau.

Saudi-Arabien will Image verbessern

Saudi-Arabien sorgt sich um sein Image. Das zeigt eine am Freitag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) veröffentliche Großanzeige. Auf Seite sieben, ganzseitig, steht: „Das Königreich Saudi Arabien. Initiativen und Aktionen zur Bekämpfung von Terrorismus“. Damit will der Staat wohl dem Eindruck, er sei nicht ganz so beherzt im Kampf gegen den Terrorismus, entgegentreten. Die Beziehungen zu Deutschland dürfen nicht leiden, beide Länder sind wirtschaftlich eng miteinander verknüpft.

In sechs Spalten zählt Saudi-Arabien auf, welche Aktivitäten es gegen radikalisierte Muslime unterstützt, initiiert und umgesetzt hat, unter anderem Anti-Terroraktionen in Syrien und Jemen. Auch im eigenen Land würde man terroristischen Bestrebungen entgegenwirken und „eine unwillkommene Umgebung für Terroristen und Extremisten“ kreieren, und das „nicht ohne Opfer“. Der Preis für solche eine Anzeige: fast 66.000 Euro.

Doch an anderer Stelle musste das Land anscheinend sparen: An der korrekten Übersetzung. Der Anzeigentext liest sich stellenweise holprig und es gibt etliche Fehler. (jha)