LondoN –

Britische Jets bombardieren Ziele in Syrien

LondoN. Innerhalb einer Stunde nach der Abstimmung waren die Bomber in der Luft. In London hatte am späten Mittwochabend das Unterhaus für britische Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien gestimmt. Während in der britischen Hauptstadt noch die Debatte lief, machten sich auf dem Stützpunkt Akrotiri in Zypern die Piloten fertig. Als das Ergebnis der Abstimmung bekannt wurde – 397 dafür, 223 dagegen – kam der Einsatzbefehl. Zwei Tornado-Kampfbomber, bestückt mit 500 Pfund schweren Paveway-Bomben, machten sich auf den Weg zum Ölfeld Omar in Syrien.

Im Irak fliegt Großbritannien schon seit dem September 2014 Luftangriffe gegen IS-Stellungen. Mit der Ausweitung der Militäraktion auf Syrien will man zum einen Solidarität mit den Alliierten zeigen und zum anderen „einer fundamentalen Bedrohung Großbritanniens“ begegnen, so Premierminister David Cameron. Die Royal Air Force wird jetzt ihr Kriegsgerät auf Zypern verdoppeln. Zu den acht Tornados, die zurzeit auf dem Stützpunkt Akrotiri stationiert sind, kommen zwei weitere Tornados GR4 sowie sechs Typhoon-Jets. Verglichen mit dem amerikanischen oder französischen Kontingent ist das bescheiden. Doch die britischen Zeitungen gaben sich martialisch. „Großbritannien ist im Krieg in Syrien“ titelte die „Daily Mail“. Die Stimmung in der Bevölkerung wird skeptischer. Nur 48 Prozent der Briten begrüßen den Syrien-Einsatz. Kurz nach den Attacken von Paris sah das noch anders aus, als sich 59 Prozent für Luftangriffe aussprachen. Jeremy Corbyn, der Chef der Labour-Partei, nahm darauf Bezug, als er in der Debatte sagte: „Die öffentliche Meinung wendet sich immer mehr gegen eine schlecht durchdachte Hast zum Krieg.“ Er nannte den Einsatz falsch. Doch die Labour-Fraktion war zerrissen. 66 Genossen stimmten mit der Regierung, darunter fast die Hälfte des Schattenkabinetts.