Urheberrechte

Zentralrat der Juden befürchtet Verbreitung von „Mein Kampf“

Eine historische Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

Eine historische Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Zum Ende des Jahres laufen die Urheberrechte für Adolf Hitlers „Mein Kampf“ aus. Der Zentralrat der Juden warnt vor der Verbreitung.

München.  Wenige Wochen vor dem Auslaufen der Urheberrechte an Hitlers „Mein Kampf“ hat der Zentralrat der Juden in Deutschland vor einer Verbreitung der Hetzschrift durch mögliche unkommentierte Neuauflagen gewarnt. „Die Strafverfolgungsbehörden sollten mit aller Konsequenz gegen die Verbreitung und den Verkauf des Buches vorgehen“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster dem „Handelsblatt“.

Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München will im kommenden Jahr Originaltexte von Adolf Hitler mit Tausenden wissenschaftlichen Kommentaren sowie Einleitung und Register versehen und als zweibändige Ausgabe herausbringen. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn eine wissenschaftlich-kommentierte Ausgabe für Forschung und Lehre zur Verfügung stehe, sagte Schuster dem Blatt weiter. Kenntnisse von „Mein Kampf“ seien nach wie vor wichtig, um den Nationalsozialismus und die Shoa zu erklären.

Der erste Band erschien 1925, seit 1945 ist das Buch in Deutschland nicht mehr veröffentlicht worden. Denn der Freistaat Bayern ist Inhaber der Urheberrechte und verhinderte deutschsprachige Neuausgaben. Die Urheberrechte laufen aber Ende 2015, 70 Jahre nach dem Tod des Diktators, aus. Das Münchner IfZ arbeitet seit Jahren an der kommentierten Ausgabe. (dpa)

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