Weltklimagipfel

Zehntausende demonstrieren in Berlin für Umweltschutz

Vor dem Weltklimagipfel in Paris trafen sich Zehntausende Demonstranten in Berlin. Es gab bunte Plakate für einen bunten Planeten.

Demonstranten laufen beim "Global Climate March" anlässlich der UN-Klimakonferenz in Paris am Reichstag in Berlin vorbei.

Demonstranten laufen beim "Global Climate March" anlässlich der UN-Klimakonferenz in Paris am Reichstag in Berlin vorbei.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Aus Sicherheitsgründen sind zum Weltklimagipfel in Paris Demonstrationen verboten worden. Die Terroranschläge von Paris werfen so auch ihren Schatten auf die UN-Konferenz, die am Montag startet. Doch in anderen Metropolen der Welt gingen Zehntausende Menschen am Sonntag auf die Straße. Sie setzten dem Schatten des Terrors bunte Plakate entgegen und demonstrierten so für ein stärkeres Engagement im Umweltschutz.

Für mehr Klimaschutz und gegen die Nutzung von Kohlekraft sind in Berlin nach Angaben der Veranstalter 17.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von knapp 10.000 Teilnehmern. Unter dem Namen „Global Climate March“ waren weltweit zahlreiche Demonstrationen geplant.

Transparente gegen Angela Merkel und den „Kohlesaurier“

Mit zahlreichen Schildern und bunten Attrappen wie etwa einem „Kohlesaurier“ zogen die Demonstranten bei Schmuddelwetter in Berlin vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor. Viele Schilder richteten sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zu sehen war etwa die Aufschrift „Frau Merkel: Klima schützen, Kohle stoppen“. Menschen jeden Alters waren dabei. „Der Klimawandel bedroht uns alle gleich“, sagte ein Sprecher der Bürgerbewegung Avaaz, die den Marsch mitveranstaltet hatte. Zu den Organisatoren gehörten auch etwa die Umweltschutzorganisation Greenpeace, der Naturschutzbund (Nabu) und die Umweltstiftung WWF.

Es gehe darum, bei dem Weltklimagipfel den Stimmen der Bürger Gehör zu verschaffen, sagte der Sprecher. Die Veranstalter forderten einen ambitionierten, verbindlichen und gerechten Klimavertrag in Paris, einem kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2050 und einen Kohleausstieg bis spätestens 2040.

Die zwölftägige UN-Klimakonferenz in Paris beginnt am Montag. Ziel ist ein verbindlicher Vertrag, um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu drosseln und die Erderwärmung einzudämmen. Nach den Terroranschlägen von Paris steht das Treffen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Am Samstag hatten Klimaaktivisten in Frankfurt einen Sonderzug mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf dem Weg nach Paris gestoppt. (dpa)