Terrorismus

Erhöht der Einsatz gegen IS die Terrorgefahr in Deutschland?

Deutsche Soldaten kämpfen gegen die IS-Milizen. Ob deswegen die Anschlagsgefahr steigen wird, bewerten Experten sehr unterschiedlich.

Deutschland will sich unter anderem mit Aufklärungsjets und einem Kriegsschiff am internationalen Militäreinsatz gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligen.

Deutschland will sich unter anderem mit Aufklärungsjets und einem Kriegsschiff am internationalen Militäreinsatz gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligen.

Foto: RUBEN SPRICH / REUTERS

Berlin.  Das Risiko eines Terroranschlags in Deutschland wird nach Expertenmeinung durch den geplanten Bundeswehreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht signifikant zunehmen. „Ich glaube, das ändert insgesamt nicht allzu viel an der Gefährdungslage in Deutschland“, sagte der Soziologe und Terrorismusforscher Andreas Armborst am Freitag. Es habe bereits vorher Drohbotschaften und konkrete Aufrufe gegeben.

Deutschland will sich unter anderem mit Aufklärungsjets und einem Kriegsschiff am internationalen Militäreinsatz gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligen. Das hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Minister am Donnerstag in Berlin beschlossen. Die Linke warnte daraufhin vor einem Anstieg der Terrorgefahr in Deutschland.

Vergeltungsschläge nicht ausgeschlossen

Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter rechnet im Fall eines Bundeswehreinsatzes gegen den IS mit einem verstärkten Risiko. „Wenn Deutschland und die Bundeswehr in Syrien aktiv tätig werden, rückt Deutschland noch eher in den Fokus für Anschläge“, sagte der Vorsitzende André Schulz der „Berliner Zeitung“.

Armborst vertrat die Ansicht, Vergeltungsschläge von Terroristen seien nicht ausgeschlossen. Die Bundesregierung habe jedoch schon vor der Entscheidung die Kurden im Kampf gegen den IS unterstützt. „In den Drohbotschaften, die es bereits gibt, wird genau darauf Bezug genommen.“ Vergeltung für die Unterstützung hätte es demnach auch schon vorher geben können. Dennoch: „Es gibt eine Gefahr.“

Ähnlich hatte es am Donnerstag auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ausgedrückt: „Wir sollten uns keiner Illusion hingeben, wir stehen bereits im Fadenkreuz.“ Deshalb sei es richtig, den IS an der Wurzel zu bekämpfen. (dpa)