Berlin –

Deutschland will schnelleren Ausstieg aus der Braunkohle

Wende in Energiepolitik kurz vor dem Klimagipfel

Berlin. Wenige Tage vor der UN-Klimakonferenz in Paris deutet sich eine spektakuläre Wende in der deutschen Energiepolitik an. Die Regierung erwägt, noch in dieser Legislaturperiode den Ausstieg aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle zu organisieren und einzuleiten. „Der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung ist in den Revieren in einem Zeitraum von 20 bis 25 Jahren ohne Strukturbrüche hinzubekommen. Ich bin sicher, dass wir das schaffen können“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Berlin. Demnach soll der Abschied von der Braunkohle schneller als bislang verkündet vollzogen werden. Nach Vorstellung der Ministerin sollten Unternehmen und Vertreter der Belegschaft an einem nationalen Kohlekonsens beteiligt werden. Die Diskussionen sollen gleich nach dem Ende der Klimakonferenz in Paris beginnen und möglichst vor der Bundestagswahl 2017 abgeschlossen sein. „Das müsste die große Koalition noch leisten“, sagte die Ministerin.

Nach Angaben der Industriegewerkschaft Bergbau, Energie und Chemie arbeiten in Deutschland in Braunkohleabbau und -verstromung rund 21.400 Beschäftigte. Die Braunkohle ist der klimaschädlichste Energieträger. Die Regierung will den Ausstoß von Treibhausgasen bis zur Mitte des Jahrhunderts um bis zu 95 Prozent unter das Niveau von 1990 absenken. Alleine auf die Kraftwerke des Rheinischen Braunkohlenreviers entfallen etwa zehn Prozent der gesamtdeutschen Treibhausgasemissionen. Der Ausstieg aus der Braunkohle wäre ein starkes Signal für die Klimakonferenz in Paris, die am Montag beginnt.