Kuala Lumpur –

Ban Ki-moon: Russland und USA müssen kooperieren

Vereinte Nationen entwickeln Anti-Terror-Strategien

Kuala Lumpur. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat Russland und die USA aufgefordert, beim Kampf gegen Extremisten enger zusammenzuarbeiten. Die Vereinten Nationen würden gerade Ideen zur Terrorismusbekämpfung sammeln und Erfahrungen austauschen. Anfang nächsten Jahres werde die UN dann einen Plan vorstellen, wie Extremismus bezwungen werden könnte, kündigte Ban am Sonntag beim Ostasien-Gipfel in Malaysia an. „Wir müssen dafür zusammenstehen.“ Der gemeinsame Feind heiße IS. Auf französische Initiative hin hatte der UN-Sicherheitsrat am Freitag eine Resolution verabschiedet, die zum Kampf gegen den IS aufruft. Die Extremistenorganisation hat die Verantwortung für die Anschläge in Paris mit mindestens 130 Toten und für den Absturz eines russischen Passagierflugzeuges in Ägypten mit 224 Toten übernommen. Mit brutaler Gewalt geht der „Islamische Staat“ (IS) zudem in Syrien, Irak und anderen Ländern vor.

Russland und die USA, deren ohnehin angespanntes Verhältnis seit dem Ukraine-Konflikt schwer belastet ist, beteuerten auf dem Kongress grundsätzlich ihre Bereitschaft zur Kooperation. Den IS zu zerstören, sei ein realistisches Ziel, sagte der amerikanische Präsident Barack Obama. „Wir werden das hinbekommen.“ Es würden Gebiete zurückerobert, die Finanzierung untergraben und Versorgungslinien gekappt.

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew sagte, Länder mit einem großen muslimischen Bevölkerungsanteil müssten zusammen gegen den IS vorgehen. „Es ist jetzt klar, dass wir die Bedrohung nur bekämpfen können, wenn wir unsere Kräfte bündeln.“ Die Vereinten Nationen müssten genutzt werden.

Nach der Geiselnahme in einem Luxushotel in Mali hatte bereits Russlands Präsident Wladimir Putin zur internationalen Zusammenarbeit gegen radikale Islamisten aufgerufen. Unter den Opfern in Bamako waren auch Russen, die für die Fluggesellschaft Volga-Dnepr arbeiteten. Zu dem Anschlag bekannten sich zwei al-Qaida-Ableger, die Gruppe al-Qaida im Islamischen Maghreb sowie al-Mourabitoun. Hinweise auf eine Beteiligung des IS gibt es nicht.