Terror

Islamisten attackierten schon mehrfach Ausländer in Mali

Die Geiselnahme in dem Radisson-Hotel ist nicht der erste Terror-Akt in Mali. Schon mehrfach wurden gezielt Ausländer angegriffen.

Malis Hauptstadt Bamako ist schon mehrfach Ziel islamistischer Anschläge gewesen. Meist richteten sich die Angriffe gegen Ausländer.

Malis Hauptstadt Bamako ist schon mehrfach Ziel islamistischer Anschläge gewesen. Meist richteten sich die Angriffe gegen Ausländer.

Foto: Oliver Lang / dpa

Berlin.  Die Geiselnahme in einem Hotel in Malis Hauptstadt Bamako geht vermutlich auf das Konto von Islamisten. Eine Allianz aus Terrorgruppen besetzte im Frühjahr 2012 Städte im Norden des Landes wie Timbuktu, Gao und Kidal. Tuareg-Milizen, die die Islamisten ursprünglich als Verstärkung im Kampf gegen die Regierung in Bamako gerufen hatten, mussten fliehen, während die Islamisten ein brutales Terrorregime errichteten.

Erst der Einsatz von französischen Elitetruppen acht Monate später machte der Islamistenherrschaft ein Ende. Doch viele Kämpfer konnten fliehen und machen das Land bis heute unsicher.

Schon mehrfach Angriffe gegen Ausländer in Mali

Im März überfielen bewaffnete Terroristen eine Bar in Bamako und erschossen fünf Menschen. Unter den Opfern: ein Franzose und ein Belgier. Das „La Terrasse“ war vermutlich bewusst als Ziel ausgewählt worden, weil es ein beliebter Treffpunkt von Ausländern war.

Im Byblos-Hotel in der Stadt Sévaré, das Terroristen im August überfielen, lebten ebenfalls vor allem Ausländer. Als malische Truppen das Hotel stürmten, starben 13 Menschen, unter ihnen zwei Ukrainer, ein Nepalese und ein Südafrikaner.

Auch das Anschlagsziel von Freitag, das Radisson-Hotel in Bamako, beherbergt viele Ausländer. So sollen nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua viele Chinesen unter den Geiseln sein, die die Terroristen genommen haben. Der Eingang des Hotels, das als eines der besten der Stadt gilt, wurde von privaten Sicherheitsleuten geschützt, die bei dem Attentat verletzt worden sein sollen.

Französische Soldaten töteten Terror-Chef

Erst im Mai hatte die französische Armee zwei hochrangige Anführer von Terrorgruppen getötet, die 2012 an der Besetzung des Nordens von Mali beteiligt waren. Einer von ihnen war Abdelkarim al-Targui, Anführer einer Terrorzelle von Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI). Al-Targui wurde unter anderem für den Mord an zwei französischen Journalisten vor zwei Jahren verantwortlich gemacht, der in Frankreich für Entsetzen gesorgt hatte. Der zweite, Ibrahim Ag Inawalen, galt als Nummer zwei der Terrorbewegung Ansar Dine.

Doch weder den französischen Soldaten noch den mehr als 10.000 Soldaten und Polizisten der UN-Stabilisierungsmission Minusma ist es bislang gelungen, den Norden Malis komplett zu sichern. Die weiten und dünn besiedelten Gebirgs- und Wüstenregionen Nord-Malis bieten viele Rückzugsräume für Terroristen. Unklar ist zudem die Loyalität der verschiedenen Tuareg-Gruppen. Ein im Juni unterzeichnetes Friedensabkommen, das dem Norden mehr Autonomie geben soll, gilt als brüchig.

Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt

Mali mit seinen knapp 17 Millionen Einwohnern gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es liegt laut dem Entwicklungsindex der Vereinten Nationen auf Rang 176 von weltweit 187 aufgeführten Staaten. Die durchschnittliche Lebenserwartung in dem westafrikanische Wüstenstaat liegt der Weltbank zufolge bei 55 Jahren. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Durchschnitt bei 81 Jahren. (epd/dpa)