Politik

Die Attentäter von Paris und ihr Drahtzieher

Was man über die Terroristen, die am Freitagabend in Frankreich zuschlugen, weiß – und was man nicht weiß

Abdelhamid Abaaoud, 28: mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge. Sohn marokkanischer Eltern. Mit fünf Geschwistern in Brüssel-Molenbeek aufgewachsen. Ihm galt der Einsatz am Mittwoch im Pariser Vorort Saint-Denis. Ging 2014 nach Syrien, kämpft für den IS. Mehrere Medien berichteten am Mittwochabend von seinem Tod. Die Staatsanwalt bestätigte das zunächst nicht.

Salah Abdeslam, 26: Einer von zwei an den Anschlägen beteiligten Brüdern. Er überlebt und ist auf der Flucht. Soll den VW-Polo gemietet haben, den die Täter des Bataclan-Anschlags nutzten. Die Brüder sind Franzosen, lebten aber in Brüssel-Molenbeek. Abdeslam geriet Samstag in eine Polizeikontrolle, durfte aber weiterreisen – er wurde noch nicht gesucht.
Ibrahim Abdeslam,
31: Bruder von Salah. Er sprengte sich vor dem Café Comptoir Voltaire in die Luft. Soll den von den Attentätern benutzten Seat gemietet haben. Er soll in engem Kontakt mit Drahtzieher Abaaoud gestanden und ihn schon lange gekannt haben. Die beiden haben einen dritten Bruder, Mohamed, der laut Polizei nicht beteiligt war.
Samy Amimour,
28: Attentäter vom Club Bataclan, sprengte sich in die Luft. Er kam aus dem Pariser Vorort Drancy. Soll bis 2012 als Busfahrer gearbeitet haben, bevor er als Islamist polizeibekannt wurde und abtauchte. Wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Sein Vater reiste nach Syrien und versuchte vergebens, ihn zur Umkehr zu bewegen.
Omar Ismail Mostefai,
29: Franzose mit algerischen Wurzeln, Attentäter vom Club Bataclan, sprengte sich dort in die Luft. Wuchs südlich von Paris auf. Seit 2010 auf dem Radar der Fahnder, seine Spur verlor sich 2013. Unklarheit herrscht darüber, ob er in Syrien war. Offiziell nicht als Mitglied einer terroristischen Vereinigung geführt.
Identität unbekannt:
Attentäter im Club Bataclan, von der Polizei erschossen.















Bilal Hadfi, 20: Franzose, der zuletzt in Belgien wohnte. Er sprengte sich vor dem Stade de France in die Luft. Belgischen Medien zufolge soll er 2015 nach Syrien gereist sein. Sein Leben vor seiner Radikalisierung wird als das eines eher orientierungslosen jungen Mannes geschildert, der keine ehrzeitigen Pläne und keinen schulischen Erfolg hatte.
Identität unklar:
Er sprengte sich vor dem Stade de France in die Luft. In der Nähe dieses Täters wurde ein syrischer Pass gefunden, der nach derzeitigen Erkenntnissen gefälscht oder nicht seiner war. Namen und Daten gehören offenbar einem syrischen Soldaten, der seit Monaten tot ist. Mit dem Passfoto sucht die Polizei nach Hinweisen.
Identität unbekannt:
Er sprengte sich beim Stade de France in die Luft.















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