Fahndung

Bei Aachen festgenommene Personen wieder freigelassen

Nach den Anschlägen von Paris hat es auch Festnahmen in Deutschland gegeben. Alle sieben Verdächtigen wurden aber wieder freigelassen.

Nach den Anschlägen von Paris kontrolliert die deutsche Polizei nicht mehr nur an Bahnhöfen und Flughäfen. Nun gab es einen gezielten Zugriff in Aachen.

Nach den Anschlägen von Paris kontrolliert die deutsche Polizei nicht mehr nur an Bahnhöfen und Flughäfen. Nun gab es einen gezielten Zugriff in Aachen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Alsdorf.  Die Spur des verheerenden Terrors von Paris führt nun auch nach Deutschland. Im Zusammenhang mit den Anschlägen vom vergangenen Freitag nahm die Polizei am Dienstag in Alsdorf bei Aachen sieben Verdächtige fest. Es handelt sich dabei um zwei Frauen und fünf Männer. Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Salah Abdeslam sei aber nicht darunter gewesen, teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag in Berlin mit. Der 26-jährige Salah Abdeslam ist ein Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris. Am frühen Dienstagabend teilte die Polizei mit, dass alle sieben Festgenommenen wieder freigelassen wurden.

Es habe Hinweise gegeben, dass es möglicherweise „ein dicker Fisch“ hätte sein können, sagte de Maizière. Dies habe sich aber nicht bestätigt: „Leider ist es wohl nicht der, auf den wir alle gehofft hatten, dass er es sein könnte.“ Die Polizei hatte am Dienstag in Alsdorf bei Aachen sieben Personen festgenommen.

Festnahmen nicht in engem Zusammenhang mit dem Terror von Paris

Die Festnahmen hingen demnach wohl nicht unmittelbar mit den Anschlägen in Paris zusammen. „Nach dem bisherigen Stand der Dinge scheint es nicht so zu sein, dass es einen engsten Zusammenhang mit den Taten in Paris gibt.“

Der Minister betonte: „Die Gefährdungslage ist wirklich hoch.“ Es bestehe nach wie vor Sorge, dass einer der Täter in Nachbarländer Frankreichs fliehe. Daher sei es richtig, verstärkte Grenzkontrollen aufrechtzuerhalten. Es habe sich gezeigt, dass die Sicherheitsbehörden wachsam seien, um Folgeanschläge und Nachahmungstaten zu verhindern. Alle Hinweise seien nun „wachsam, entschlossen und ruhig“ abzuarbeiten.

Zugriff des SEK vor dem Jobcenter

Der Zugriff auf die sieben Festgenommenen erfolgte nach einem Hinweis auf verdächtige Personen. Am Vormittag nahm ein Spezialeinsatzkommando der Polizei zunächst zwei Frauen und einen Mann fest, nachdem diese das Alsdorfer Jobcenter verlassen hatten. Am Nachmittag wurden dann vier weitere Männer festgenommen. Eine Augenzeugin berichtete, dass Spezialkräfte der Polizei mit Sturmmasken und Maschinenpistolen eine Straße im Alsdorfer Stadtteil Schaufenberg vorübergehend abgesperrt hätten. Angeblich befindet sich dort die Wohnung der drei zuerst aufgegriffenen Personen. Alle Verdächtigen würden verhört, sagte ein Polizeisprecher. (dpa)