Terrorattacke

Frankreich fliegt massive Luftangriffe auf IS-Hauptstadt

Nach dem Terrorangriff auf seine Hauptstadt Paris hat Frankreich am Sonntag dem IS eine Antwort gegeben: 20 Bomben auf die IS-Hochburg.

Ein französischer Rafale-Kampfjet auf einem Stützpunkt am Golf. Frankreich hatte klar gemacht, seine Luftschläge gegen den IS nach den Terrorattentaten absehbar noch zu intensivieren.

Ein französischer Rafale-Kampfjet auf einem Stützpunkt am Golf. Frankreich hatte klar gemacht, seine Luftschläge gegen den IS nach den Terrorattentaten absehbar noch zu intensivieren.

Foto: Ecpad / Handout / dpa

Paris.  Nach den tödlichen Terrorangriffen von Paris hat die französische Luftwaffe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien massiv angegriffen. Die Bombardements richteten sich gegen die IS-Hochburg Al-Rakka, wie die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf das französische Verteidigungsministerium berichtete.

Dabei warfen französische Jagdflugzeuge zwanzig Bomben ab. Sie hätten eine Kommandostelle mit Waffen-und Munitionslager sowie ein Ausbildungslager zerstört, hieß es. Die Luftwaffe veröffentlichte ein Video, dass die startenden Kampfjets zeigt.

Außerdem haben die USA am Samstag offenbar Rebellen in Syrien Munition geliefert für den Kampf gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat. Die Lieferung sei am Samstag auf dem Landweg in Syrien angekommen, sagte ein US-Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Sie sei an eine Koalition von Rebellengruppen mit zusammen etwa 5000 Kämpfern gegangen.Es ist das zweite Mal, dass die USA syrische Aufständische mit Waffen belieferten.

Frankreichs Luftwaffe fliegt bereits seit September 2014 als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Seit September dieses Jahres bombardierte Frankreich mehrfach auch Positionen in Syrien. Al-Rakka gilt als Hauptstadt des IS.

Die Verteidigungsminister Frankreichs und der USA hatten am Sonntag eine stärkere Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS vereinbart. Nach Pentagon-Angaben verständigten sich US-Verteidigungsminister Ashton Carter und sein Amtskollege Jean-Yves Le Drian in einem Telefonat auf „konkrete Maßnahmen“, die das Militär beider Seiten „zur Intensivierung der engen Kooperation ergreifen sollte“.

Bereits am Freitag, noch vor den Angriffen, hatte Frankreich angekündigt, seinen atomgetriebenen Flugzeugträger Charles de Gaulle an den Persischen Golf zu schicken. Mit dem Schiff erhöht Frankreich seine Schlagkraft erheblich. Aktuell kann das Land mit zwölf Maschinen operieren, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Jordanien stationiert sind. Auf dem Flugzeugträger haben bis zu 40 Maschinen Platz. Die schwimmende Basis wird drei Wochen unterwegs sein bis zu ihrem Ziel. Im Frühjahr war sie bereits im Februar und März am Golf.

Der IS hatte die Attentate zu einer Lektion für Frankreich und alle anderen Teilnehmer des „Kreuzzugs“ erklärt: Sie blieben oben auf der Liste der IS-Ziele stehen. In einem am Samstag veröffentlichten Video hatte ein IS-Kämpfer gedroht: „Solange ihr uns bombardiert, werdet ihr nicht in Frieden leben.“

Eine Antwort darauf könnten Bomben gegeben haben, die angeblich US-Streitkräfte heute auf Syrien abgeworfen haben. Auf Twitter kursiert ein Foto, die die Waffen mit der Aufschrift “From Paris with love“ zeigten. Es ist nicht völlig unüblich, dass Soldaten Bomben mit Botschaften versehen.

Die Echtheit ist aber nicht bestätigt, es ist auch möglich, dass sie Fälschungen sind. Auf Twitter geben Nutzer Hinweise, dass ein Bildbearbeitungsprogramm eingesetzt worden sein könnte. Der Nutzer, der das Bild ursprünglich in der Nacht zum Sonntag gepostet hatte, hat seinen Tweet wieder gelöscht. (law/dpa/rtr)