Montag 12 Uhr

Schweigeminute in ganz Europa für die Terroropfer von Paris

Am Montag haben alle EU-Staaten um 12 Uhr eine Gedenkminute für die Toten der Anschläge von Paris abgehalten.

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben für diesen Montag um 12 Uhr alle Europäer zu einer Schweigeminute aufgerufen. „Das Gute ist stärker als das Böse“, erklärten sie am Wochenende in einer gemeinsamen Stellungnahme mit den EU-Institutionen. „Wir werden alles Notwendige tun, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen.“ Die Anschläge von Paris würden als ein Angriff gegen alle EU-Staaten gewertet. Der französische Präsident François Hollande will in der Sorbonne in Paris teilnehmen.

In Berlin sollten anlässlich der Schweigeminute die U-Bahnen angehalten werden. Sie sollen nicht auf freier Strecke halten, sondern kurz vor 12 Uhr in der jeweiligen Station bleiben.

Mit einer Gedenkmesse in der Kathedrale Notre-Dame in Paris würdigte Frankreich die unschuldigen Opfer der Terroranschläge vom Freitagabend. „Männer und Frauen wurden grausam hingerichtet“, sagte der Kardinal von Paris, André Vingt-Trois. Die Kirche war bei der Messe am Sonntagabend brechend voll.

„Unsere Versammlung heute Abend hat vor allem zum Ziel, den Schmerz ihrer Angehörigen zu teilen, (den Schmerz) ihrer Freunde, für sie zu beten“, sagte der Kardinal. Auch für das Land gelte es zu beten. Zu der Messe waren unter anderem die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, und die ehemaligen Premierminister François Fillon und Alain Juppé gekommen. Auch der frühere französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing hatte in der ersten Reihe Platz genommen.

Der Gottesdienst fand unter scharfer Bewachung statt. Die Kathedrale war von der Polizei umstellt worden und mit Barrikaden abgesperrt. Beamte untersuchten die Taschen der Teilnehmer.

Am Sonntag wurde auch in Gottesdiensten in Berlin der Opfer gedacht. In der Marienkirche wie auch im Berliner Dom und der St. Hedwigs-Kathedrale trugen sich viele Menschen in Kondolenzbücher ein.

Ebenfalls am Sonntag waren Hunderte einem Aufruf zum stillen Gedenken vor der französischen Botschaft am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor gefolgt. Anschließend zog ein Trauermarsch mit knapp 500 Menschen zur Siegessäule am Großen Stern. Wie schon am Sonnabend war das Brandenburger Tor wieder in den französischen Nationalfarben Blau-Weiß-Rot angestrahlt.