Presseschau

Französische Zeitungen sprechen nach Anschlägen von Krieg

Viele französische Zeitungen erscheinen an diesem Sonntag mit Sonderausgaben. Die Medien kennen nur ein Thema: die Anschläge von Paris.

Auch die internationale Presse berichtet ausführlich über die Terroranschläge in Frankreich.

Auch die internationale Presse berichtet ausführlich über die Terroranschläge in Frankreich.

Foto: Jerome Favre / dpa

Paris.  Die Presse ist sich einig in der Verurteilung der Anschläge. Die großen Medien in Frankreich nehmen dabei fast durchweg das Wort von Staatspräsident Francois Hollande auf, der vom „Krieg“ gesprochen hatte, in dem sich das Land nach den Anschlägen befinde. Ein Überblick:

Le Figaro: „Das ist ein Krieg, ein echter Krieg, der uns erklärt worden ist. Ein Krieg des islamistischen Fanatismus gegen Frankreich, Europa, die westliche Welt und gegen alle Werte einer Zivilisation, die sich der Demokratie verschrieben hat. Dieser Krieg, das hat inzwischen jeder verstanden, ist erst am Anfang.“

Le Monde: „Frankreich ist im Krieg. Ein Krieg gegen einen totalitären, blinden, schrecklich mörderischen Terrorismus. Diese Tragödie zeigt, dass die Terroristen, die Frankreich zu ihrem Ziel gemacht haben, ihrem mörderischen Werk keine Grenze setzen.“

Le Parisien: „Wut und Abscheu: Das empfindet man angesichts der Morde, die die Täter in Paris mit der üblichen Feigheit der Terroristen verübt haben. Im Namen der Märtyrer vom Freitag, der unschuldigen Opfer und im Namen der Republik wird Frankreich vereint bleiben und dem Terror die Stirn bieten“.

Dernières Nouvelles d’Alsace: „Frankreich trauert, aber es muss standhaft bleiben. Am wichtigsten ist es in diesem Augenblick, die republikanischen Wertvorstellungen zu bekräftigen. Deshalb würdigen wir die Opfer am besten durch unseren Widerstand gegen diese mörderische Offensive von Fanatikern, die als militärische Vorhut eines faschistischen Islams auftreten.“

Libération: „Im Visier der Mörder waren keine Christen oder Konfessionslose, Araber oder Gallier, Gläubige oder Ungläubige. Es waren nichts anderes als Bürger. Menschen jeder Herkunft. Nur die Achtung der Freiheit erlaubt es, frei zu bleiben. Diese Überzeugung sollte die Reaktion bestimmen. Freiheiten wegzunehmen, Notstandsgesetze vorzuschlagen, heißt bereits einzulenken. Die Schlussfolgerung zwingt sich mit ihrer schrecklichen Realität auf: Die Franzosen müssen künftig mit dem Terrorismus leben.“

L’Union: „Dieses Land wird den Terroristen niemals nachgeben. Die Heimat der Menschenrechte wird sich niemals von diesen Terrorgruppen beeindrucken lassen, deren Methoden und mörderischer Hass die Unterschrift trägt, die alle Welt erkannt hat. Wir werden die Barbarei nicht hinnehmen“. (dpa)