Anschlag in Paris

Mindestens 40 Tote nach Explosion und Schüssen in Paris

Anschlag in Paris: Bei mehreren Explosionen und einer angeblichen Geiselnahme wurden in Frankreich Dutzende Menschen getötet.

Schüsse und Explosion in Paris

Schüsse und Explosion in Paris

Foto: Twitter/Vince66240

Während des Fußball-Länderspiels zwischen Frankreich und Weltmeister Deutschland sind in Paris mindestens 40 Menschen ermordet worden. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Nach mehreren Medienberichten soll es in der Nähe des Stadions drei Explosionen mit drei Toten gegeben haben. Zudem meldete die Polizei eine Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan, bei der es zahlreiche Todesopfer gegeben haben soll.

Während des ersten Halbzeit des Spiels im Stade de France war ein lauter Knall zu hören gewesen, der zunächst nicht zuzuordnen war. Schnell machte die Nachricht die Runde. Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande verließ zur Halbzeit das Stadion, er begab sich in das Innenministerium, wo ein Krisenstab eingerichtet wurde. Die Arena wurde vorübergehend abgeriegelt, niemand durfte sie betreten oder verlassen, über dem Stadion kreisten Hubschrauber.

Der Zeitung "Libération" zufolge wurde das Spiel Frankreich-Deutschland nicht unterbrochen, um keine Panik zu erzeugen. Morgenpost-Reporter Jörn Meyn berichtet aus dem Stadion, dass die Fans auf den Rängen zunächst noch ganz normal feierten, von den Taten zunächst nichts mitbekommen haben. Dann wurden die Menschen gebeten, sich aufs Spielfeld zu begeben, offenbar um die Masse der Menschen zu entzerren. Dann begannen Sicherheitskräfte, das Stadion zu evakuieren.

Schießerei im Einkaufszentrum und Geiselnahme im Theater

Wie der Hörfunksender Europe 1 berichtet, ereignete sich im Einkaufszentrum von Les Halles in der Innenstadt unterdessen eine weitere Schießerei. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP werden zugleich in einem Theater 100 Menschen als Geiseln gehalten.

Die Stadtverwaltung ruft die Pariser Bürger über Twitter auf, wegen der Anschläge zuhause zu bleiben. Die französische Regierung wird zu einer Sonder-Kabinettssitzung für Mitternacht in den Präsidentenpalast zusammengerufen.

Unmittelbar nach dem Abpfiff spielte die Niederlage angesichts der schrecklichen Ereignisse in Paris überhaupt keine Rolle mehr. „Wir sind alle erschüttert und schockiert“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Freitagabend in der ARD nach der 0:2-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich. „Für mich tritt der Sport oder die Gegentore in den Hintergrund.“ Teammanager Oliver Bierhoff sprach von „großer Unsicherheit, großer Angst und großer Betroffenheit“.

Während des Spiel war im Stadion eine Explosion zu hören

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