Berlin –

Mehr Israelis ziehen dauerhaft nach Deutschland

Berlin.  Dass Berlin für israelische Touristen ein Anziehungspunkt ist, war schon länger bekannt. Auch schätzen junge Israelis die Stadt seit einigen Jahren schon für einen längeren Aufenthalt – vor allem wegen der günstigen Lebenshaltungskosten. Nun belegt eine amtliche Statistik den Trend, dass mehr Israelis nach Deutschland ziehen.

Wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck hervorgeht, verlegten im vergangenen Jahr exakt 1958 israelische Staatsbürger ihren Wohnsitz in die Bundesrepublik. Das waren 135 mehr als noch im Jahr 2013 – oder ein Anstieg von 7,4 Prozent. Den umgekehrten Weg schlugen nicht ganz so viele Israelis ein, sodass der Saldo der Zuzüge nach Deutschland noch immer positiv ist. Konkret verlegten 2014 exakt 1179 israelische Staatsbürger ihren Wohnsitz wieder von hier zurück nach Israel. Im Jahr davor waren es noch 1224. Wie aus den Zahlen weiter hervorgeht, zogen im vergangenen Jahr 658 Deutsche wieder aus Israel zurück nach Deutschland – das waren etwas mehr, als dorthin zogen.

Beck, innenpolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion, wertet die Zahlen „nicht als Entlastung sondern als Auftrag“, Antisemitismus stärker zu bekämpfen und Deutschland „zu einem sichereren Ort zu machen.“ Die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, sagt, Juden seien „in ihrer Lebensrealität in Deutschland stark eingeschränkt und müssen Übergriffe und Anfeindungen fürchten, wenn sie sich als Jüdinnen und Juden zu erkennen geben. Die Kriminalstatistiken belegten gleichzeitig ein hohes Niveau antisemitischer Straftaten.