FSB

Russischer Künstler legt aus Protest Feuer beim Geheimdienst

Die Türe des russischen Geheimdienstes in Moskau wurde angezündet. Danach herrschten verschärfte Sicherheitsbedingungen.

Die Türe des russischen Geheimdienstes in Moskau wurde angezündet. Danach herrschten verschärfte Sicherheitsbedingungen.

Foto: Yuri Kochetkov / dpa

Pjotr Pawlenski ist für seine spektakulären Kunst-Aktionen bekannt. Die letzte brachte ihm nun eine Festnahme ein.

Moskau.  Aus Protest gegen „endlosen Terror“ der Sicherheitsbehörden hat der russische Performance-Künstler Pjotr Pawlenski ein Feuer an der Zentrale des Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau gelegt. Pawlenski begoss in der Nacht zum Montag die Tür des Gebäudes am Lubjanka-Platz mit Benzin und zündete sie an.

Er wurde nach russischen Medienangaben festgenommen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Vandalismus eingeleitet. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft.

Kritik von russischen Menschenrechtlern

Scharfe Kritik an Pawlenskis Aktion äußerten russische Menschenrechtler. „Man muss mit Worten handeln, nicht mit Gewalt“, sagte Ljudmilla Alexejewa von der Moskauer Helsinki-Gruppe.

Der FSB ist Nachfolger des gefürchteten sowjetischen Geheimdienstes KGB. Unter Diktator Josef Stalin wurden in den 1930er Jahren politische Gefangene am Lubjanka-Platz gefoltert und hingerichtet.

Er nagelte seine Hoden auf dem Roten Platz fest

Pawlenski ist für spektakuläre Protestaktionen bekannt. Großes Aufsehen erregte der 31-Jährige 2013, als er aus Protest gegen korrupte Polizisten seinen Hodensack am Kopfsteinpflaster des berühmten Roten Platzes festnagelte. In St. Petersburg wickelte er sich einmal nackt in Stacheldraht ein, um gegen Repressionen zu protestieren. Zur Unterstützung der Putin-kritischen Punkband Pussy Riot nähte er sich bei einer anderen Aktion den Mund zu.

Ende November soll es beim Festival Nordwind in Hamburg die „weltweit erste Retrospektive“ Pawlenskis geben, wie die Veranstalter mitteilten. Ob der Künstler dafür nach Deutschland reisen könne, sei ungewiss. Die Ausstellung solle aber wie geplant stattfinden. (dpa)

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