Sachsen-Anhalt

Philologen-Chef entschuldigt sich für Sex-Warnung

Der Vorsitzende der Philologen in Sachsen-Anhalt hatte vor Sex mit Muslimen gewarnt. Nun sagte er, die Wortwahl war „missverständlich“.

Verbandsvorsitzender Jürgen Mannke hatte vor „attraktiven muslimischen Männern“ gewarnt.

Verbandsvorsitzender Jürgen Mannke hatte vor „attraktiven muslimischen Männern“ gewarnt.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Berlin.  Der Chef der Philologen in Sachsen-Anhalt hat sich nach der großen Kritik an seinem Kommentar zur Flüchtlingspolitik entschuldigt. In einer öffentlichen Erklärung auf der Seite des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt schreibt Jürgen Mannke am Montag, dass es niemals seine Absicht war, Menschen anderer Religionen und Kulturen zu diffamieren, Ängste zu schüren, nationalistische Klischees zu bedienen oder zu pauschalisieren. „Die Wortwahl einiger Passagen sehe ich im Nachhinein als unglücklich und missverständlich gewählt. Dafür möchte ich mich entschuldigen.“

Mannke war in der aktuellen Ausgabe der Mitgliederzeitung des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt hart mit der Flüchtlingspolitik ins Gericht gegangen. Der Verbandsvorsitzende fragte, wie junge Mädchen aufgeklärt werden könnten, dass sie sich nicht auf ein oberflächliches sexuelles Abenteuer mit muslimischen Männern einlassen würden.

Heftige Kritik

Der Kommentar löste am Freitag Empörung aus. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“, der Verband würde „Gerüchte verstärken, Halbwahrheiten verbreiten und unsere Werte als Keule benutzen“. Linken-Landeschefin Birke Bull erklärte: „Das grenzt an Hetze“.

Auch Iris Seltmann-Kuke, Jürgen Mannkes Stellvertreterin, entschuldigte sich für den Artikel: „Zu keiner Zeit sollte der Eindruck einer Diffamierung oder Beleidigung gegenüber anderen Religionen, Menschen einer anderen Kultur oder Nation entstehen.“ (jha)