Rechtsextremismus

Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld fordert Kampf gegen Pegida

Beate Klarsfeld, hier mit ihrem Mann Serge, hat eindringlich vor den Gefahren der Pegida-Bewegung gewarnt.

Beate Klarsfeld, hier mit ihrem Mann Serge, hat eindringlich vor den Gefahren der Pegida-Bewegung gewarnt.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Ihre Ohrfeige für den Bundeskanzler Kiesinger machte sie 1968 berühmt. Jetzt warnt Beate Klarsfeld davor, Pegida zu unterschätzen.

Berlin.  Die Publizistin und Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld hat eindringlich vor „Pegida“ und anderen rechten Gruppierungen in Deutschland gewarnt. Im Deutschlandradio Kultur sagte Klarsfeld am Montag, auch Hitler habe anfangs nur „wenig Leute“ gehabt. Und auch heute noch würden bei Krisen in einem Land die Rechten oder die Linken stark. „Dagegen muss man hart ankämpfen“, sagte Klarsfeld. Dieser Kampf müsse von den etablierten Parteien geführt werden.

Beate Klarsfeld war im November 1968 berühmt geworden, als sie sich Zutritt zum CDU-Bundesparteitag in Berlin verschaffte und dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) eine Ohrfeige verpasste. Kiesinger war NSDAP-Mitglied gewesen. Mit dieser öffentlichkeitswirksamen Aktion sorgte Klarsfeld, die sich mit ihrem Mann jahrzehntelang gegen NS-Verbrecher engagierte, für Schlagzeilen – auch über Deutschlands Grenzen hinaus.

Streit um Pegida-Marsch am Jahrestag der Pogromnacht

Klarsfeld verlangte jetzt unter anderem, die Flüchtlingsunterkünfte besser vor rechten Angriffen zu schützen. Am Montagabend werden erneut Tausende Menschen zu den wöchentlichen „Pegida“-Kundgebungen in Dresden erwartet. In einer Online-Petition haben bislang knapp 68.000 Menschen ein Aufmarsch-Verbot der fremdenfeindlichen Bewegung zum Jahrestag der Pogromnacht gefordert. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hatten die Nazis Hunderte Synagogen in Brand gesteckt und Tausende jüdische Geschäfte und Friedhöfe in Deutschland zerstört.

Klarsfeld bezeichnete ihr heutiges Verhältnis zu Deutschland als versöhnt. Die Aufstellung als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten durch die Linkspartei und das Bundesverdienstkreuz seien für sie und ihren Mann eine große Befriedigung gewesen, sagte die Publizistin.

Früher sei sie als Nestbeschmutzerin in Deutschland bezeichnet worden. Heute sei anerkannt, „dass wir Recht hatten“ und dass ihre Arbeit richtig gewesen sei, so Klarsfeld.

( dpa )

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