FDP-Politiker

Guido Westerwelle fehlen in seinem Krebs-Buch die Worte

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Aaron Clamann
Guido Westerwelle hat im November 2014 von seiner Leukämie-Krankheit erfahren.

Guido Westerwelle hat im November 2014 von seiner Leukämie-Krankheit erfahren.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Guido Westerwelle stellt am Sonntag ein Buch über seine Krebs-Erkrankung vor. Auszüge zeigen, wie ihn die Krankheit überwältigt hat.

Berlin.  Schon kurz nachdem Guido Westelle im Frühsommer 2014 von seiner Leukämie-Erkrankung erfahren hatte, war klar: Es muss sehr viel zusammenpassen, dass er vollständig geheilt werden kann. Seitdem hat der ehemalige Außenminister (2009-2013) viele Momente erlebt, die ihn sprachlos gemacht haben. Für ein Buch ist das eine schwierige Ausgangssituation. Doch Auszüge des Bandes „Zwischen zwei Leben. Von Liebe, Tod und Zuversicht“, die die „Bild“-Zeitung vorab veröffentlicht hat, zeigen, dass Sprachlosigkeit oft mehr beschreibt als viele Worte.

Komplexität der Krankheit kaum zu begreifen

Besonders wenn Westerwelle über die Komplexität der Blutkrebs-Erkrankung und die Nachricht über eine mögliche Heilung schreibt, wird das deutlich. Westerwelle musste sich nicht nur einer Chemotherapie unterziehen, sondern war auch auf eine Knochenmarkspende angewiesen. Über die Nachricht des behandelnden Arztes Michael Hallek über einen möglichen Spender und das weitere Vorgehen schreibt Westerwelle: „Die Wahrscheinlichkeit meines Überlebens hatte sich binnen eines Anrufes von zehn Prozent auf vielleicht fünfzig Prozent erhöht. Ich versuchte zu begreifen, was Hallek mir gerade gesagt hatte. Aber es gelang mir nicht.“

Der FDP-Politiker schreibt zudem über die Tage in Isolation während der Chemotherapie – eine Zeit, in der er seinen Bruder Kai und seinen Partner Michael Mronz nicht berühren durfte. Als ihm sein Bruder eine Geburtstagstorte ins Krankenhaus brachte, konnte er ihn nicht zum Dank umarmen.

„Es ist etwas passiert, was ich hier noch nie erlebt habe“

Zwar konnte Westerwelle im November 2014 nach erfolgreicher Knochenmarkspende die Universitätsklinik in Köln verlassen, doch viele Szenen im Buch werfen einen Schatten auf diese positive Nachricht.

Da ist zum Beispiel dieser eine Moment: Guido Westerwelle hatte sich auf einen Transplantationstermin vorbereitet, packte gerade seine Waschutensilien auf ein Regal im Krankenzimmer in Köln, als jemand die Tür öffnete. Es war Professor Hallek. Wie Westerwelle schreibt, habe dessen Gesicht anders gewirkt als sonst. Und die Worte aus Halleks Mund bestätigen den Eindruck: „’Guten Morgen’, sagte er und begrüßte mich mit einem Nicken. ‘Es ist etwas passiert, was ich hier noch nie erlebt habe.’“ Westerwelle konnte nach eigenen Angaben nur schweigen, Professor Hallek fuhr fort: „’Er ist...wie soll ich sagen...er hat es sich anders überlegt.’“ Dieser Spender war also doch abgesprungen.

Das Buch „Zwischen zwei Leben. Von Liebe, Tod und Zuversicht“ wird am 8. November in Berlin vorgestellt. In den Handel kommt es am 10. November.

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