BerliN –

Schwesig fordert mehr Mittel für Kinderbetreuung

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Julia Emmrich

110.000 Flüchtlingskinder brauchen Kitaplätze

BerliN. Die Zahl der Kinder, die in die Kitas drängen, wächst weiter. Die Ursachen: In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren, immer mehr Mütter wollen früh zurück in den Job – und auch die Zahl der Flüchtlingskinder, die noch nicht schulreif sind und Kitaplätze brauchen, steigt: „Wir gehen von 110.000 Flüchtlingen unter sechs Jahren aus“, sagte Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) bei der Unterzeichnung eines breiten Bündnisses für mehr Betreuungsqualität in Berlin. „Auch für diese Kinder brauchen wir Plätze.“

Väter und Mütter sollen mit gutem Gewissen zur Arbeit gehen können – dazu müssen ihre Kinder gut versorgt sein: Nach dem Ausbau der Kindertagesbetreuung rückt jetzt die Qualität der Krippen und Kitas in den Mittelpunkt. Am Donnerstag verpflichteten sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und die kommunalen Spitzenverbände in einer gemeinsamen Erklärung mit Bund und Ländern zu mehr Investitionen in die Qualität der frühkindlichen Bildung.

Schwesig forderte weitere Anstrengungen für hochwertige frühe Bildung: „Das ist insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen, Flüchtlingskinder zu integrieren, unabdingbar.“ Nur so seien gleiche Bildungschancen für alle zu erreichen: „Uns geht es um alle Kinder – wir trennen nicht zwischen Kindern, die hier geboren sind oder die zu uns geflüchtet sind.“

Der Schulterschluss mit den Arbeitgebern sei ein wichtiges Signal, so Schwesig: Derzeit unterstützt erst jedes dritte deutsche Unternehmen seine Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung, wie aus einer Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hervorgeht. Sie haben entweder eigene Betriebskitas oder beschäftigen Tagesmütter, sie geben ihren Angestellten Zuschüsse für die Kitabetreuung, bieten Ferienangebote, organisieren Notfallbetreuung oder Belegplätze in anderen Kitas. Insgesamt findet die große Mehrheit der Arbeitgeber hochwertige Kinderbetreuung wichtig – vor allem, um jungen Eltern einen schnellen Wiedereinstig in den Job zu ermöglichen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu verbessern.

Warum aber engagieren sich dann bislang zwei Drittel der Unternehmen noch nicht für bessere Angebote? Die wichtigsten Gründe sind laut Umfrage: Fehlende finanzielle Unterstützung durch die Politik, zu hohe Kosten, zu großer Verwaltungsaufwand – aber auch mangelnde Nachfrage durch die Angestellten.

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