Istanbul –

PKK nimmt Angriffe in der Türkei wieder auf

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Hoffnung auf friedliches Ende des Kurdenkonflikts schwindet

Istanbul.  Nach dem Wahlsieg der islamisch-konservativen AKP in der Türkei hat die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK die Angriffe auf den türkischen Staat wieder aufgenommen. Wegen andauernder Militäreinsätze gegen die PKK und der „Kriegspolitik“ der AKP ende der Angriffsverzicht, hieß es am Donnerstag in einer über kurdische Nachrichtenagenturen verbreiteten Erklärung der PKK-Führung. Damit schwindet die Hoffnung auf eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts.

Am Mittwoch hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan deutlich gemacht, dass die türkische Führung sich vorerst nicht für ein Wiederaufleben des Friedensprozesses einsetze. Es sei nicht die Zeit zum Reden, sondern für Resultate, sagte er. Zugleich kündigte Erdogan an, weiter unerbittlich gegen die PKK vorzugehen.

Der Co-Chef der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP schlug am Donnerstag in Diyarbakir nach Angaben von DHA vor, eine Kommission im Parlament solle sich um eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen bemühen.

Die PKK hatte am 10. Oktober mitgeteilt, Aktionen gegen den Staat bis zur Neuwahl am 1. November auszusetzen. Die türkische Armee setzte ihre Angriffe auf PKK-Stellungen jedoch fort. Die PKK teilte nun mit, sie habe zunächst an dem Angriffsverzicht festgehalten. Das sei wegen der Haltung der AKP-Regierung jedoch nicht mehr möglich.

Die türkische Armee führt seit Montag eine großangelegte Operation gegen die PKK im Südosten der Türkei durch. Bei Luftangriffen wurden seitdem nach Armeeangaben 31 PKK-Kämpfer getötet. Im Bezirk Silvan in der Provinz Diyarbakir lieferten sich PKK und Sicherheitskräfte zwei Tage lang Gefechte. Dabei starben nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA mindestens drei Zivilisten, ein PKK-Kämpfer und ein Polizist.

Ein zwei Jahre anhaltender Waffenstillstand zwischen PKK und Regierung war Ende Juli gescheitert. Seitdem eskaliert der Konflikt. Zuvor hatten sich die islamisch-konservative AKP-Regierung und die PKK um einen Friedensprozess bemüht, der vom heutigen Staatspräsidenten Erdogan initiiert wurde.

Der gewaltsame Konflikt der türkischen Regierung mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK dauert schon mehr als 30 Jahre. Dabei kamen bisher rund 40.000 Menschen ums Leben. Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei.

( dpa )

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