Politik

„Wir brauchen eine Null-Toleranz-Strategie“

| Lesedauer: 3 Minuten

Zum Artikel: „,Ich hatte Frust und wurde aggressiv’“ vom 4. November

Bus- und Bahnfahren in Berlin ist gefährlich geworden. Es wird geraucht, gepöbelt, laut Musik gehört, geschlagen und abgestochen. Ich bin seit vielen Jahren Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs und kann sagen: Es wird immer schlimmer. Mir graut es schon davor, wenn meine beiden Söhne in ein paar Jahren anfangen werden, nachts durch die Clubs dieser Stadt zu ziehen und dann am frühen Morgen in der S-Bahn an ein paar Halbstarke mit Testosteronstau geraten, die mal wieder „zu viel getrunken“ und irgendwie schlechte Laune haben. Und wo ist die Polizei? Weggespart. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich den letzten Streifenpolizisten gesehen habe. Es muss viele Jahre her sein. Wann bekommen wir in Berlin endlich eine Null-Toleranz-Strategie gegen Straftäter nach dem Vorbild New Yorks? Wann wachen unsere Richter endlich auf und verhängen härtere Strafen? Man muss auch an den Ursachen der Verrohung arbeiten und jeder hat auch eine zweite Chance verdient. Aber Intensivtäter, die mit Anfang 20 nicht gelernt haben, dass man Menschen nicht auf dem Kopf rumspringt, gehören in Sicherheitsverwahrung. Langsam vergeht mir die Lust, monatlich Hunderte Euros an Steuern zu zahlen und mich in meiner Heimatstadt nicht mehr sicher bewegen zu können.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

Chancengleichheit der Schüler muss gewährleistet werden

Zum Artikel: „Petition für eine
einheitliche Bildung“ vom 3. November

Nachdem das Buch „Schule, Setzen, Sechs“ des Lehrers des Jahres 2014,

Robert Rauh aus Berlin, zur Überwindung der 16 verschiedenen Bildungssysteme in Deutschland große Resonanz gefunden hat, wird nun also eine Petition für ein einheitliches bundesweites Bildungssystem gestartet. Es ist wirklich nicht mehr zu verstehen, dass immer noch jedes Bundesland ein eigenes Bildungsmonopol aufrecht erhält. Der damit verbundene hohe bürokratische Aufwand ist zu kritisieren. Viel wichtiger ist es aber, dass die Chancengleichheit gesichert wird. Ist es nicht auch ein Grundrecht für alle Schüler, dass durch bundesweit einheitliche schulische Rahmenbedingungen ihre Chancengleichheit garantiert wird? Wenn nach

25 Jahren deutscher Einheit die Schulpolitik immer noch nicht als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen wird, dann haben wohl die verantwortlichen Politiker versagt.

Frank Petzsch, Prenzlauer Berg

Statt Videoüberwachung lieber wieder Kontaktbereichsbeamte

Zum Artikel: „Aufnahmen von Silvio S. sind illegal“ vom 3. November

In England, dem Land der flächendeckenden Überwachung der Innenstädte, muss man das Fazit ziehen: Die Kriminalität ist um kein einziges Prozentchen gesunken, sie hat sich nur verlagert. Doch die Überwachungsindustrie macht auch hierzulande Riesenumsätze. Mit diesen Millionen sollte man mehr Personal einstellen und den Menschen den Kontaktbereichsbeamten zurückgeben.

Dirk Hofstetter, via Facebook

Ausgerechnet nachdem der mindestens zweifache Kindermörder nur aufgrund illegaler Videoaufnahmen gefasst wurde, erhebt Datenschützer Dix wieder seine Stimme gegen solche Aufnahmen. Das ist extrem geschmacklos. Was geht in diesem Mann vor? Man erinnert sich, dass er unter anderem jahrelang die Videoüberwachung in Bussen und Bahnen verhindert hatte und somit die Aufklärung unzähliger Straftaten erschwerte oder unmöglich machte. Wann befreit sich Berlin von dieser Person?

Bodo Kaniess, Lichterfelde

Kameras sind immerhin gut für die nachträgliche Aufklärung, eventuell auch zur Abschreckung. Generell brauchen wir aber mehr Polizei auf der Straße, und die dürfen sich auch nicht wegdrehen, wenn was passiert.

Karsten Hitze, via Facebook

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos