Berlin

So funktioniert die Spurensuche nach dem Absturz

Berlin.  Weil sich der Verdacht eines Terroranschlags auf das russische Flugzeug auf den Sinai erhärtet, hat die britische Regierung Militärspezialisten an den Flughafen der ägyptischen Stadt Scharm el Scheich geschickt. Luftfahrtexperten und zusätzliches Botschaftspersonal sind in die Stadt gereist.

Auch etliche Flugunfall-Experten arbeiten neben den Geheimdiensten daran, die Ursache der Katastrophe zu finden. Um einen Unfall von einem Attentat zu unterscheiden, konzentrieren sie sich auf zwei Arbeitsfelder: zum einen die Trümmerteile. Die Spezialisten können an den Überresten des Flugzeugs eine Menge zur Absturzursache ablesen. Sie nehmen sogenannte Wischproben, die mit chemischen Verfahren auf mögliche Rückstände von Sprengstoff untersucht werden. Von Ascheresten kann auf die Temperatur des brennenden Kerosins geschlossen werden – ein wichtiger Hinweis auf die Brandursache. Auch die Verformungen der Trümmerteile sind für die Experten interessant. Eine Bombenexplosion innerhalb der Maschine reißt nach außen gebogene Löcher in die Bordwand. Bei einem Raketenangriff dringen hingegen Splitter von außen nach innen. Zudem wird das Trümmerfeld genau vermessen. Noch arbeiten die Ermittler an der Analyse.

Auch die Blackboxen spielen dabei eine Rolle. Bei einem Bombenanschlag würde die Stromversorgung von Flugdatenschreiber abrupt abbrechen und die Geräte sofort ausschalten. Das können die Spezialisten bei der späteren Auswertung der Daten feststellen. Bei einem Unfall zeichnen die beiden Blackboxen hingegen in der Regel Reaktionen der Piloten auf, die einen Notfallplan abarbeiten müssen. Ein schlagartiges Explodieren des gesamten Flugzeugs aufgrund eines technischen Defekts gilt dabei als sehr unwahrscheinlich.

( BM )

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