Flüchtlingsdebatte

Ruhrbischof entschuldigt sich für seinen KZ-Vergleich

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck räumt ein, einen Fehler gemacht zu haben.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck räumt ein, einen Fehler gemacht zu haben.

Foto: imago/epd

Franz-Josef Overbeck hat Transitzonen für Flüchtlinge mit Konzentrationslagern verglichen. Nun vollzieht der Bischof eine Kehrtwende.

Essen.  Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat sich für seinen Vergleich der Transitzonen für Flüchtlinge mit den nationalsozialistischen Konzentrationslagern entschuldigt. „Mir ist bewusst geworden, dass dieser unangemessene Vergleich viele Menschen verletzt. Hierfür bitte ich um Entschuldigung“, erklärte der Essener Geistliche am Mittwochabend.

Overbeck hatte am Vortag bei einer Diskussion mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel in Mülheim an der Ruhr gesagt, in den von CDU und CSU angestrebten Transitzonen müssten sich Flüchtlinge vorkommen „wie in Konzentrationslagern“. Der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß forderte ihn auf, den Vergleich zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. Am Mittwoch erläuterte der Bischof im Kölner Dom-Radio zunächst seine Haltung noch und betonte: „Ich will nicht sagen, dass es so etwas ist. Ich wollte darauf hinweisen, dass wir uns so etwas auf keinen Fall erlauben können.“

Bischof räumte Fehler ein

„Meine Wortwahl hat viele Irritationen und Verletzungen ausgelöst, die mich sehr nachdenklich und betroffen machen“, beteuerte der Bischof dann am Mittwochabend. Er räumte ein, es sei ein Fehler gewesen, einen Begriff aus der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte in den aktuellen Zusammenhang zu rücken. „Gerade aufgrund unserer Geschichte tragen wir in Deutschland eine besondere Verantwortung, dass mit jedem Menschen unabhängig von seiner Nation und Religion würdevoll umgegangen wird.“

Overbeck hatte in der Diskussion mit Gabriel nach Angaben seines Sprechers auch das SPD-Konzept der Einreisezentren abgelehnt. Der Bischof habe zudem vor „Zündeleien in den Parteipolitiken“ gewarnt und gefordert, konsequent das bestehende deutsche Asylrecht anzuwenden. (dpa)

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