Big Data

Angela Merkel warnt vor zu viel Datenschutz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Mittwoch auf dem Digital-Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion über Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Wirtschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Mittwoch auf dem Digital-Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion über Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Wirtschaft.

Foto: Soeren Stache / dpa

Verliert Deutschland den digitalen Anschluss? Bundeskanzlerin Merkel scheint das zu befürchten. Und warnt vor zu strengen Regeln.

Berlin.  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat davor gewarnt, durch einen übertriebenen EU-Datenschutz die Nutzung von großen digitalen Datenmengen (Big Data) zu blockieren. „Nach meiner Auffassung ist schon der Kompromiss zwischen Kommission und Rat an dem Ende dessen, was noch ein vernünftiges Big-Data-Management möglich macht“, sagte die CDU-Vorsitzende auf einem Digital-Kongress der Unions-Bundestagsfraktion am Mittwoch in Berlin.

Merkel verwies auf die laufenden Gespräche zwischen EU-Rat, EU-Kommission und Europäischem Parlament zu der EU-Datenschutzgrundverordnung. Wenn in dem Entwurf der Datenschutz noch weiter verstärkt würde, „dann kriegen wir ein Problem“, sagte sie. Merkel warnt seit Wochen davor, allein US-Firmen die Entwicklung neuer Produkte durch die Auswertung großer digitaler Datenmengen zu überlassen.

Merkel nennt „Big Data“ den Rohstoff des 21. Jahrhunderts

Erst am Montag hatte Merkel auf einem Verlegerkongress des Branchenverbands VDZ „Big Data“ als „Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. In Deutschland werde zu Recht ein hoher Datenschutz erwartet, sagte Merkel. In den USA und Europa gebe es in dieser Sache große kulturelle Unterschiede. „In den USA ist erst einmal alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist.“ In Europa sei es im Prinzip umgekehrt.

Die Produkte, die Konsumenten beeindrucken, kämen allerdings bereits nicht mehr aus Deutschland, sondern vor allem aus den USA und aus der asiatischen Region, so die Bundeskanzlerin. Die Digitalisierung durchdringe nun auch die industrielle Produktion. Das sei für Deutschland von „allergrößter Bedeutung“. Denn es sei nicht entschieden, ob die klassische industrielle Produktion einmal „der hintere Teil der verlängerten Werkbank wird“, oder ob Deutschland eine Balance zwischen digitaler Technologie und klassischer Fertigung gelinge. (rtr/dpa)

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