Unterstützung

Bundeswehr verstärkt den Einsatz in der Flüchtlingshilfe

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Ein Soldat hilft Flüchtlingen aus Syrien beim Tragen. Solche Einsätze werden in Zukunft ausgeweitet.

Ein Soldat hilft Flüchtlingen aus Syrien beim Tragen. Solche Einsätze werden in Zukunft ausgeweitet.

Foto: Bodo Schackow / dpa

Mehr als 6000 Bundeswehrangehörige helfen derzeit den Flüchtlingen in Deutschland. Es sollen mehr werden, auch wegen der Entlastung.

Berlin.  Die Bundeswehr wird stärker als bisher die Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland unterstützen. Entsprechende Pläne wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) am heutigen Mittwoch im Kabinett vorstellen.

Ziel ist es, lokale Kräfte und ehrenamtliche Helfer zu entlasten. Nach Angaben aus dem Ministerium sind inzwischen bundesweit mehr als 6000 Angehörige der Bundeswehr zum Teil im Schichtbetrieb dauerhaft in der Flüchtlingshilfe eingebunden. Wie die Bundeswehr selbst mitteilte, könnte dazu die Zahl der helfenden Soldaten beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge von 500 auf 1000 ansteigen. In sämtlichen Auslandseinsätzen der Bundeswehr befinden sich aktuell 2900 Soldatinnen und Soldaten.

„Noch nie da gewesene Herausforderung“

In Bezug auf die Hilfe der Bundeswehr spricht Ursula von der Leyen von „maximaler Kulanz“, die die Bundeswehr bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zeige. „In dieser besonderen Situation sehen wir uns vor ganz neuen, so noch nie da gewesenen Herausforderungen. Ich bin überzeugt, dass wir diese mit vereinten Kräften meistern werden“, sagte die Ministerin in einem Bericht auf der Internetseite der Bundeswehr.

Ministerin von der Leyen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, es sei großartig, was insbesondere ehrenamtliche Kräfte für Flüchtlinge leisteten. Die Helfer brauchten aber auch ihrerseits Hilfe. Deshalb richte sich die Bundeswehr darauf ein, dauerhaft mit ihrem Personal und ihrer großen Erfahrung in Führung und Organisation mit anzupacken. „Die Flüchtlingshilfe wird zu einer wichtigen zusätzlichen Aufgabe für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr“, sagte von der Leyen. Das Ministerium plant Hilfeleistungen in folgenden Bereichen:

■Unterstützung bei Betrieb von Unterkünften, Wartezentren und Drehkreuzen

■Hilfe bei der Versorgung und Registrierung von Flüchtlingen

■Verteilung von Gütern, Transporte aller Art

■Ausweitung der Aktion „Helfende Hände“, bei der rund um die Uhr Bundeswehrangehörige auf Abruf bereit stehen, um bei zeitlich begrenzten Projekten mit anzupacken

Ab Mitte November werde das Zentrum Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz Lehrgänge für Führungspersonal der Streitkräfte anbieten, berichtet das RND. Der neue Lehrplan reiche von rechtlichen Grundlagen der Flüchtlingshilfe über die Vermittlung interkultureller Kompetenzen bis zur Zusammenarbeit mit zivilen Organisationen, wie dem Technischen Hilfswerk und dem Roten Kreuz. Parallel dazu arbeite die Bundeswehr mit UN-Experten an neuen und besseren Unterbringungsmöglichkeiten. Dabei gehe es unter anderem um Modulbauhäuser, die in Hangars, Sport- und Industriehallen als sogenannte „Haus-in-Haus-Lösung“ aufgestellt werden können. Flüchtlingen – vor allem Familien, Frauen und Kindern – sollten diese Modulbauhäuser ein höheres Maß an Privatsphäre bieten, als das bisher in vielen größeren Hallenunterkünften der Fall sei.

Bundeswehr stellt Kasernen für Flüchtlinge bereit

Bereits jetzt hat die Bundeswehr nach eigenen Angaben 73 eigene Standorte (Kasernen und Übungsplätze) für Flüchtlinge bereitgestellt. Die Kasernen wurden zum Teil Kommunen oder anderen Betreibern von Flüchtlingsunterkünften überlassen. Auf Übungsplätzen könnten in Zukunft Containerdörfer oder Zeltstädte entstehen. Insgesamt können an den Standorten der Bundeswehr 31.000 Flüchtlinge untergebracht werden.

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