Eurotunnel

Richter sprechen Flüchtlingen in Calais mehr Toiletten zu

Ein Bewohner läuft durch das „Dschungel“ genannte Camps bei Calais. „Wo ist hier unser Leben?“ hat jemand auf eine Zeltplane geschrieben. Die Behörden müssen nun zumindest die sanitären Bedingungen verbessern.

Ein Bewohner läuft durch das „Dschungel“ genannte Camps bei Calais. „Wo ist hier unser Leben?“ hat jemand auf eine Zeltplane geschrieben. Die Behörden müssen nun zumindest die sanitären Bedingungen verbessern.

Foto: PASCAL ROSSIGNOL / REUTERS

Weitere Toiletten, eine Grundreinigung: Ein Gericht verdonnert Behörden in Calais, mehr für die Flüchtlinge vor dem Eurotunnel zu tun.

Lille.  Das Verwaltungsgericht im nordfranzösischen Lille hat Verbesserungen der Bedingungen für die in Calais kampierenden Flüchtlinge angeordnet. In dem „Dschungel“ genannten Camp leben rund 6000 Migranten unter schwierigen Bedingungen und warten auf eine Gelegenheit, um nach Großbritannien zu gelangen. Vielen Flüchtlingen fällt es leichter, Englisch zu sprechen als Französisch zu lernen. Sie hoffen zudem, in Großbritannien eher eine Arbeit zu finden.

50 Wasserzapfstellen, 50 Latrinen

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, verlangte das Gericht am Montag von der Präfektur des Départements Pas-de-Calais und der Gemeinde Calais unter anderem die Einrichtung von 50 zusätzlichen Wasserzapfstellen sowie 50 weiteren Latrinen. Außerdem sollten ein Müllsammelsystem eingeführt und das Gelände gereinigt werden. Zudem wurden bessere Zufahrtsmöglichkeiten für Rettungsdienste verlangt.

Alle Maßnahmen müssten innerhalb von acht Tagen umgesetzt werden. Für jeden Tag Verzögerung würden 100 Euro Strafe fällig. Das Gericht war von Nichtregierungsorganisationen angerufen worden. (law/dpa)