Berlin/Athen

Baseballschläger gegen Flüchtlinge aus Syrien

Mutmaßliche Rechte greifen Asylsuchende in Magdeburg an

Berlin/Athen.  Am Wochenende sind in Deutschland erneut zahlreiche fremdenfeindliche Anschläge verübt worden. In Magdeburg ging in der Nacht zum Sonntag eine Gruppe Gewalttäter mit Baseballschlägern auf syrische Flüchtlinge los, drei der Opfer mussten nach Polizeiangaben im Krankenhaus behandelt werden. Im sächsischen Freital warfen Unbekannte illegale Feuerwerkskörper auf ein Asylbewerberheim. Im niedersächsischen Sehnde legte ein Mann einen Brand in einem Fachwerkhaus, in dem Asylbewerber untergebracht waren.

Bei dem Überfall in Magdeburg konnten Zivilpolizisten eingreifen und Schlimmeres verhindern. Dennoch erlitten mehrere Syrer Prellungen und Verletzungen im Gesicht. Die 20 bis 30 dunkel gekleideten Angreifer flüchteten in alle Richtungen. Ein 24-jähriger Beschuldigter wurde später festgenommen. Bei dem Anschlag auf die Asylunterkunft in Freital wurden in der Nacht zum Sonntag mindestens drei Fenster von bewohnten Zimmern im Erdgeschoss beschädigt. Ein Bewohner erlitt Verletzungen im Gesicht. Eine rechtsextreme Motivation sei „sehr wahrscheinlich“, teilte die Polizei mit. Freital hatte im Juni durch fremdenfeindliche Aufmärsche gegen eine Flüchtlingsunterkunft bundesweit Schlagzeilen gemacht. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte den Anschlag in Freital als „feige und kaltblütig“. Die Täter hätten schwere Verletzungen oder gar Schlimmeres billigend in Kauf genommen, erklärte er am Sonntag in Dresden. In Dresden brannte am Wochenende zudem ein ehemaliges Hotel. Durch Feuer auf mehreren Etagen wurde auch dieses Gebäude unbewohnbar. Auch dort sollten Flüchtlinge untergebracht werden. Die Polizei konnte dies zunächst jedoch nicht bestätigen. Auch die Brandursache ist demnach noch unklar.

Griechenland will Grenze zur Türkei nicht öffnen

Während in Deutschland die Zahl rassistisch motivierter Straftaten in die Höhe geht, steigt auch die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge im östlichen Mittelmeer täglich. Dennoch hat die griechische Regierung den Vorschlag abgelehnt, die Landesgrenze zur Türkei für Flüchtlinge zu öffnen. Das sei „in dieser Phase aus technischen Gründen nicht möglich“, sagte der für Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas der Athener Zeitung „To Vima“.

Politiker und Bürgergruppen hatten die Regierung zur Öffnung der Grenze aufgerufen, damit weniger Flüchtlinge in der Ägäis ertrinken. Dort kamen seit Freitag rund 60 Migranten ums Leben, unter ihnen 31 Kinder. Weil parallel der Andrang über die Balkanroute nicht nachlässt, macht Österreich Druck auf andere EU-Staaten. „Ich wünsche mir definitiv, dass wir in Europa, vor allem auch Deutschland, die Dinge endlich beim Namen nennen und klipp und klar sagen: Es braucht ein Ende der Einladungspolitik“, sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz der in Wien erscheinenden „Kleinen Zeitung“. „Wir sind überfordert.“