Eberswalde

Erwin Hagedorn: Kochlehrling und Kindermörder

Eberswalde.  Im Jahr 1972 wurde der Kochlehrling Erwin Hagedorn, 19, aus Eberswalde bei Berlin wegen vollendeten und mehrfach vorbereiteten Mordes in acht Fällen sowie sexuellem Missbrauch von Kindern zum Tode verurteilt und hingerichtet. Hagedorn ermordete 1969 zwei neunjährige Jungen in einem Wald in Eberswalde auf grausame Weise mit einem Messer. Gut zwei Jahre später tötete Hagedorn im selben Wald auf dieselbe Weise einen Zwölfjährigen, zerstückelte ihn und verging sich an der Leiche. Unmittelbar danach fuhr er zu einer Auszeichnungsveranstaltung im Betrieb seiner Mutter.

Hunderte Polizisten fahndeten vergeblich nach dem Täter. Erstmals in der deutschen Kriminalgeschichte ließ die Polizei einen Gerichtspsychiater ein Täterprofil erstellen. Dabei wurden auch Informationen über den Serientäter Jürgen Bartsch aus West-Deutschland verwendet. Als schließlich Schulkassen befragt wurden, schilderte ein Junge, wie er im Jahr vor den Morden sexuell belästigt worden war – es war der entscheidende Hinweis. Hagedorn soll bei seiner Festnahme erleichtert gewirkt und seine Taten ohne sichtbare Gefühlsregung geschildert haben. In der DDR durfte nur verhalten über den Fall berichtet werden. Ein „Polizeiruf“ zu den Ereignissen fiel der Zensur zum Opfer und wurde erst nach der Wende gezeigt.