Berlin

Vermisst, verschleppt, getötet: Die Spur der verschwundenen Kinder

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Rüdiger Finke

Berlin.  Silvio S. hat in seinen Vernehmungen gestanden, sowohl den vierjährigen Mohamed als auch den sechs Jahre alten Elias aus Potsdam getötet zu haben. Beide Fälle zeigten von Anfang an einige Parallelen. Aber darüber hinaus prüfen die Ermittler nun auch weitere Vermisstenfälle aus den vergangenen Jahren darauf, ob es einen Zusammenhang geben und der 32-jährige Silvio S. etwas mit dem Verschwinden der Kinder und Jugendlichen aus Berlin und dem weiteren Umland zu tun haben könnte.

Noch ungeklärt ist ein spektakulärer Vermisstenfall aus diesem Frühjahr. Am 2. Mai verschwand die fünfjährige Inga Gehricke aus einem Wald bei Stendal. Trotz zahlreicher Hinweise gibt es bis heute keine heiße Spur. Bei dem Mädchen aus Schönebeck gibt es den Ermittlern zufolge derzeit zwar noch keine konkreten Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Tötung von Elias und Mohamed. Die Polizei stehe in engem Kontakt zu den Ermittlern in Potsdam und Berlin, sagte ein Sprecher der Polizei in Sachsen-Anhalt am Freitag. Das sei bereits von Anfang an der Fall gewesen. Die Ermittler in den Fällen Elias und Mohamed sagten am Freitag, es sei klar, dass man es mit einem sehr mobilen Tatverdächtigen zu tun habe, der sich natürlich auch nach Sachsen-Anhalt begeben haben könnte.

Auch die Ermittlungen zum Berliner Vermisstenfall Georgine Krüger dauern an und werden nun im Zusammenhang mit Silvio S. entsprechend aufgerollt, zumal der Ort ihres Verschwindens sehr nahe an der Turmstraße liegt, von wo Mohamed verschleppt wurde. Georgine wird seit September 2006 vermisst. Es konnte bislang niemand ermittelt werden, der die damals 14-Jährige noch gesehen hat, nachdem sie mittags in Moabit aus einem Bus gestiegen war, der an der Perleberger Straße/Ecke Rathenower Straße gehalten hatte.

( rfi )