Hefei

China will auf Wirtschaftsspionage verzichten

Peking und Berlin planen Abkommen bis 2016

Hefei.  China und Deutschland wollen bis 2016 einen Verzicht auf Computerspionage im Wirtschaftsbereich aushandeln. Das kündigte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang am Freitag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Wirtschaftskonferenz in der chinesischen Provinzstadt Hefei an.

Merkel hatte bereits am Donnerstag erklärt, dass beide Regierungen ein solches No-Spy-Abkommen anstrebten. Dies sei Voraussetzung für eine engere Zusammenarbeit im Digitalbereich. Beide Länder wollten die Kooperation bei der Vernetzung von Industrieproduktion mit IT-Technik verstärken, hatte sie in Peking erklärt. Die USA und Großbritannien hätten schon solche Vereinbarungen mit China. „Wir wollen hier sehr schnell nachziehen.“

Hintergrund sind die jahrelangen Klagen deutscher Firmen, dass aus China heraus ihr Know-how gestohlen werde. Zudem hakt die 2014 vereinbarte Zusammenarbeit der Firmen beider Länder bei der sogenannten Industrie 4.0. Deutsche Unternehmen fürchten, dass durch die entstehende Vernetzung ganzer Unternehmensbereiche die Wirtschaftsspionage erleichtert wird. Dies gilt als ein Grund für die zögerlichen Kooperationen mit chinesischen Partnern auf diesem Gebiet.

Merkel und Li vereinbarten auch, den Jugend- und Bildungsaustausch zwischen beiden Ländern anzukurbeln. Beide nahmen an einer Feier zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen der chinesischen Hochschule und 17 deutschen Universitäten teil. Die Universität Hefei soll zum Pilotprojekt für die Bildungszusammenarbeit beider Länder werden. Mehr als 1400 Studierende von dort haben in Deutschland studiert, mehr als 600 deutsche Studenten waren bereits zu Aufenthalten in Hefei.