Hooligans

10.000 Menschen feiern in Köln ein Fest gegen „Hogesa“

1000 „Hogesa“-Anhänger sind zur Kundgebung nach Köln gekommen. Zehnmal so viele protestierten gegen sie – meist friedlich.

Gegendemonstranten protestieren mit Schildern mit der Aufschrift "Refugees Welcome!" und "Köln gegen Hass" gegen Fremdenfeindlichkeit und den Aufmarsch von „Hogesa“.

Gegendemonstranten protestieren mit Schildern mit der Aufschrift "Refugees Welcome!" und "Köln gegen Hass" gegen Fremdenfeindlichkeit und den Aufmarsch von „Hogesa“.

Foto: Marius Becker / dpa

Köln.  In Köln haben am Sonntag mehr als 10.000 Menschen gegen eine Kundgebung der fremdenfeindlichen Gruppierung „Hooligans gegen Salafisten“ demonstriert. An der „Hogesa“-Versammlung selbst beteiligten sich etwa 1000 Teilnehmer. Die Polizei trennte beide Lager mit einem Großaufgebot voneinander. Beide Kundgebungen fanden auf verschiedenen Seiten des Bahnhofs Köln-Deutz statt.

Polizei setzte Wasserwerfer ein

Vereinzelt kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Gegendemonstranten aus dem linken Lager. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen linksautonome Demonstranten ein. Sie musste sie davon abhalten, Teilnehmer der „Hogesa“-Kundgebung zu attackieren. Die Polizei habe Menschen festgenommen und in Gewahrsam gebracht, sagte ein Polizeisprecher. Zahlen nannte er nicht.

Zu der Gegenkundgebung waren mehr als 10.000 Menschen aus dem bürgerlichen Lager gezogen, schätzen Beobachter. Die Stimmung war dort entspannt und friedlich. Sie zeigten Banner, auf denen „Kein Mensch ist illegal“ oder „Refugees welcome“ geschrieben stand. Unter dem Motto „Schützt Flüchtlinge und Menschenwürde“ hatte ein Bündnis aus mehr als 50 Gruppen und Vereinen einen „Anti-Hogesa-Aktionstag“ mit Kulturprogramm und Kundgebungen organisiert.

Polizei kontrollierte die „Hogesa“-Teilnehmer

Die Teilnehmer der „Hogesa“-Kundgebung hatten sich zeitgleich auf der anderen Seite des Bahnhofs versammelt. Der Platz war von der Polizei abgeriegelt worden. Teilnehmer durften den Versammlungsplatz erst nach eingehenden Kontrollen durch Polizisten betreten. In Zelten durchsuchten Beamten die Demonstranten nach Waffen, Feuerwerkskörpern und Alkohol. Der Kölner Pegida-Ableger Kögida sagte eine angekündigte Kundgebung ab und schloss sich der „Hogesa“-Aktion an.

Im vergangenen Oktober hatte es bei einer ersten „Hogesa“-Demonstration schwere Krawalle gegeben. Dabei waren rund 50 Polizisten verletzt worden. Deshalb durften die „Hogesa“-Teilnehmer diesmal nicht durch die Kölner Innenstadt ziehen. Die Kundgebung war vom selben Veranstalter angemeldet worden - diesmal unter dem Titel „Köln 2.0 – friedlich und gewaltfrei gegen islamistischen Extremismus“.